WM-Eröffnungsspiel

Sascha Ruefer bekommt einen Rüffel von der SRF-Ombudsstelle

22. Dezember 2022, 16:19 Uhr
SRF-Sportkommentator Sascha Ruefer hat sich während des WM-Eröffnungsspiels mehrfach negativ über den Austragungsort Katar geäussert. Das hat ein Nachspiel. Die Ombudsstelle des Senders gibt Klagen aus der Zuschauerschaft recht.

Quelle: Sascha Ruefer spaltete auch während dem WM-Final die Gemüter

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Drei Fernsehzuschauer hätten Ruefers Aussagen während des Eröffnungsspiels zwischen Katar und Ecuador beanstandet, schreibt «20 Minuten». Die Ombudsstelle störe sich daran, dass der Kommentator während des Spiels wiederholt die negativen Seiten der WM betonte und über den Austragungsort Katar lästerte. Damit habe Ruefer die journalistischen Sorgfaltspflichten missachtet.

Kritik bitte nur vor und nach dem Spiel

Aussagen wie die von Ruefer getätigten seien vor oder nach dem Eröffnungsspiel in Ordnung, nicht aber während des Matches, heisst es weiter. Ein Beanstander wird zitiert: «Ich weiss, dass es viele Fragezeichen zur Fussball-WM 2022 in Katar gibt, auch bei mir. Trotzdem finde ich es nicht in Ordnung, wenn Sascha Ruefer immer wieder während des Eröffnungsspiels auf den negativen Seiten der WM herumspringt.» 

Die SRG-Sportredaktion sehe das anders: Die diskutablen Begleitumstände der WM könnten und dürften nicht ausgeblendet werden. Selbst nachdem der Schiedsrichter ein Spiel angepfiffen habe, gehöre es zur journalistischen Pflicht des Live-Kommentators, mit kritischer Distanz auch über die Fussball-WM zu berichten.

Sachgerechtigkeitsgebot verletzt

Auch die Ombudsstelle finde es richtig und wichtig, dass in Sendungen rund um die WM über die Vergabepraxis, über Menschenrechtsverletzungen oder Homosexualität im Sport diskutiert werde. Sie sei auch einverstanden damit, wenn der Sportkommentator während eines Spiels darüber berichte, was im Stadion läuft, das man im Fernsehen nicht sieht.

Nicht goutiert werde von den Ombudsleuten allerdings, wenn der Kommentator während eines Eröffnungsspiels mehrmals sagt, dass diese WM nie an Katar hätte vergeben werden dürfen. Darin sehen die Ombudsleute das Sachgerechtigkeitsgebot verletzt.

(osc)

Quelle: Today-Zentralredaktion
veröffentlicht: 22. Dezember 2022 16:10
aktualisiert: 22. Dezember 2022 16:19