Eidgenössisches Schwingfest

Das Ziel der Nordwestschweizer Schwinger: Fünf Kränze

Karin Zimmermann, 9. August 2022, 15:56 Uhr
29 Schwinger aus der Nordwestschweiz dürfen in Pratteln in den Sägemehlring steigen und ihr Können unter Beweis stellen. Als kleiner Teilverband gilt es zwei Tage die beste Leistung abzurufen, um das gesteckte Ziel zu erreichen.

Das Ziel des Nordwestschweizer Schwingverbandes am ESAF in Pratteln ist klar: Die Schwinger aus den Kantonen Aargau (18), Solothurn (6) und Baselland (5) sollen am Eidgenössischen vor der eigenen Türe fünf Kränze holen. Am vergangenen ESAF in Zug 2019 holten mit Andreas Döbeli, Patrick Räbmatter und Joel Strebel nur drei Nordwestschweizer einen Kranz.

Hoffnung aus dem Aargau

Doch Nick Alpiger taucht immer wieder bei den Aussenseitern für den Königstitel auf. Disziplin, Kampfgeist und Willensstärke zeichnen den 26-jährigen Aargauer aus. Seine Willensstärke stellte Alpiger auch am Nordwestschweizerischen Schwingfest in Brugg unter Beweis. Nach einem Gestellten und zwei verlorenen Gängen haben viele Alpiger bereits abgeschrieben. Er kämpfte sich in Gang 5 und 6 aber mit der Maximalnote zurück und durfte kranzgekrönt nach Hause reisen. Der Weg auf den Thron in Pratteln wird für den Aargauer aber schwierig. Er hat wenige «Helfer» im eigenen Verband, die starke Gegner zurückbinden können. Das heisst, er muss stets gegen Topfavoriten ran. Der 2. Eidgenössische Kranz in seiner Karriere sollte jedoch in greifbarer Nähe sein, sofern Alpiger am ESAF gesund antreten kann.

Mit Patrick Räbmatter, Joel Strebel und David Schmid sind drei weitere Eidgenossen im Kader der Nordwestschweizer anzutreffen. Der Fünfte im Bunde, Andreas Döbeli, muss verletzungsbedingt passen. Während Patrick Räbmatter und Joel Strebel am Nordwestschweizerischen Schwingfest in Brugg mehrheitlich überzeugten, stellen sich beim Fricktaler David Schmid zwei Fragen: Wie hält sein lädierter Rücken und schafft er es, dem Rücken zu vertrauen und ohne Hemmungen zu schwingen?

Chance für den Gastkanton

Nebst den Aargauer Schwingern haben auch zwei Baselbieter Chancen auf einen Kranz. Allen voran der Liesberger Adrian Odermatt. Der 21-Jährige schwingt auf unglaublichem Niveau. In der aktuellen Saison holte er sieben Kränze. Unter anderem auch zwei Bergkränze auf dem Stoos und auf dem Weissenstein. Er ist der Grund, dass sich der Gastkanton berechtigte Chancen auf einen Kranz machen darf. Nebst Odermatt überzeugte diese Saison auch ein weiterer Baselbieter: Lars Voggensberger, welcher das Nordwestschweizer Schwingfest wegen einer Verletzung verpasste, gewann dieses Jahr sechs Kränze, darunter wie sein Verbandskollege Odermatt auch den Bergkranz auf dem Stoos. Nun darf er am Eidgenössischen ebenfalls ran.

Nordwestschweizer häufig im Doppelpack

Gleich vier Brüderpaare treten in Pratteln für die Nordwestschweiz an. So etwa die Freiämter Pascal und Philipp Joho, aber auch aus dem Fricktal dürfen mit David und Samuel Schmid zwei Brüder am ESAF teilnehmen. Der Schwingklub Aarau stellt mit Jan und Tim Roth gar ein Zwillingsbruderpaar, welches in dieser Saison immer wieder mit spannenden Gängen auf sich aufmerksam machte. Nebst der Baselbieter Schwinghoffnung Adrian Odermatt darf auch sein jüngerer Bruder Jonas am Eidgenössischen in die Zwilchhosen steigen.

Versprechen für die Zukunft

Der Jüngste im Teilnehmerfeld der Nordwestschweizer konnte sich in der Schwingszene bereits einen Namen machen. Sinisha Lüscher vom Schwingclub Olten-Gösgen. Der 16-Jährige durfte bereits bei den Jungschwingern einen riesen Erfolg feiern und konnte sich letztes Jahr zum «Nachwuchs-König» krönen lassen. Bereits im ersten Jahr als Aktiver schaffte er nun die Nomination fürs ESAF. Er darf das erste Mal Luft am Eidgenössischen Schnuppern und ist bestimmt ein Versprechen für die Zukunft.

Karin Zimmermann
Quelle: ArgoviaToday
veröffentlicht: 11. August 2022 15:45
aktualisiert: 11. August 2022 15:45
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