Sieg in Adelboden

Marco Odermatt: «Ich hatte vor dem Rennen Tränen in den Augen»

8. Januar 2022, 19:14 Uhr
Marco Odermatt macht den Schweizer Traum wahr: Er gewinnt als erster Schweizer seit 14 Jahren den Riesenslalom am Chuenisbärgli. Justin Murisier sichert sich Rang 4, Loïc Meillard fährt auf Rang 8.
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Quelle: tele1

«Der Sieg hat alles übertroffen», sagt ein glücklicher Marco Odermatt nach dem Sieg am Chuenisbärgli. «Schon vor dem Rennen als ich alleine auf dem Sessellift sass, bekam ich vor beiden Läufen Augenwasser. Ich hatte immer den Wunsch, hier etwas Grosses zu erreichen. Jetzt habe ich es geschafft und das ist ein schönes Gefühl.»

Was die Tränen in den Augen auf dem Lift ausgelöst hat, kann der Nidwaldner Überflieger nicht klar deuten: «Es war so viel auf einmal. Der Druck, die Erwartungen. Ich wusste einfach, jetzt muss ich mir zweimal in den Arsch klemmen.» Die drei Stunden zwischen den Läufen seien für ihn nicht einfach gewesen.

Er sei mit gesenktem Kopf durch die Fans gelaufen und habe versucht, die Erwartungen so gut es ging auszublenden. «Es ist aber sehr schwierig. Überall hörte ich meinen Namen. Bereits gestern, als ich das Fenster im Zimmer offenliess, hörte ich Kinder über Marco Odermatt sprechen.» Umso mehr konnte er den Applaus und das Jubeln nach seinem Sieg im Hexenkessel geniessen: «Es ist schon krass, was da abgeht.»

Odermatt führt im Gesamtweltcup

Marco Odermatts Sieg ist der erste Schweizer Sieg am Chuenisbärgli seit 14 Jahren. Damals gewann der Schweizer Marc Berthod den letzten Riesenslalom.

Der schon nach dem ersten Lauf führende Odermatt siegte am Samstag vor dem Österreicher Manuel Feller und dem Franzosen Alexis Pinturault. Odermatt liess sich durch nichts vom Erfolgspfad abbringen – weder von den Bedingungen, die so schwierig waren wie selten zuvor in Adelboden, noch vom immensen Druck, der auf seinen Schultern lastete. Auch der klare Leader in der Gesamt- und in der Disziplinen-Wertung kam auf der fordernden Piste nicht ohne Fehler durch.

Odermatt hat mit dem Sieg am Samstag vier der ersten fünf Riesenslaloms des Winters für sich entschieden. Insgesamt triumphierte der Blondschopf zum fünften Mal in dieser Saison. Damit konnte Marco Odermatt seinen Vorsprung an der Spitze des Gesamtweltcups ausbauen und führt nun mit fast 300 Punkten Vorsprung auf Aleksander Aamodt Kilde.

Geburtstagsgeschenk für Murisier

Justin Murisier egalisierte an seinem 30. Geburtstag mit Rang 4 sein zweitbestes Ergebnis in einem Weltcup-Riesenslalom. Loïc Meillard schaffte mit Rang 8 sein zweitbestes Saisonresultat in dieser Disziplin.

Gino Caviezel machte im zweiten Lauf sechs Plätze gut, was im Schlussklassement zu Rang 11 reichte. Cédric Noger sicherte sich dank Rang 24 seine ersten Weltcup-Punkte seit einem Jahr. Daniele Sette, der sechste Schweizer Finalist, lieferte mit Platz 27 auch im fünften Riesenslalom der Saison ein zählbares Ergebnis ab.

«Stimmung ist super – teilweise etwas voll»

Die Fans freuen sich, dass nach einem Jahr ohne Zuschauerinnen und Zuschauer, das Rennen wieder live verfolgt werden konnte. «Es ist schön, die Stimmung ist toll, teilweise ist es etwas voll», sagt einer der Besucher.

«Es ist so wichtig, dass es solche Events gibt», ergänzt ein anderer. «Es ist einfach etwas anderes, wie wenn man das Rennen am Fernsehen verfolgt.» Gemäss Veranstalter waren über 12'000 Besucherinnen und Besucher am Chuenisbärgli.

Auf die Siegerehrung in Adelboden wurde kurzfristig verzichtet. Dies aus Sicherheitsgründen, wie der Geschäftsführer der Adelboden-Rennen erklärt. Der Entscheid fiel erst nach dem Rennen

Quelle: SDA / ArgoviaToday
veröffentlicht: 8. Januar 2022 10:16
aktualisiert: 8. Januar 2022 19:14
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