Gaming mit «ernsthaften Konsequenzen»

Dieses VR-Headset kann dich töten

Julian Wermuth, 9. November 2022, 15:33 Uhr
VR-Brillen sollen den digitalen Raum fassbarer und erlebnisreicher machen. Doch jetzt hat Oculus-Gründer Palmer Luckey noch einen draufgesetzt: Ein neuer Prototyp soll den oder die Spielerin auch im echten Leben töten.
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Der Titel von Palmer Luckeys neustem Blogeintrag ist unmissverständlich: «Wenn du im Game stirbst, stirbst du auch im echten Leben.» Das VR-Headset soll den Träger per Sprengladung töten, wenn er in einem Game stirbt. Der US-Amerikaner Luckey ist einer der umstrittensten Figuren der Tech-Welt – wie er einmal mehr unter Beweis stellt.

Inspiriert wurde er bei seiner neusten Idee vom Anime «Sword Art Online», die Grundlage für seine Killer-VR-Brille sei anscheinend das neue Meta-Headset Quest Pro. Das Headset ist mit drei Sprengladungen bestückt, schreibt Luckey in seinem Blog.

Die Ladungen würden von einem Fotosensor ausgelöst, der rotes Blitzen auf den Bildschirmen der Brillen in einer bestimmten Frequenz erkennt und als Explosionsbefehl interpretiert. Game-Entwickler könnten also lediglich eine solche Blinksequenz in ihr Game einbauen und schon funktioniert das tödliche Spielzeug: «Beim passenden Game-Over-Bildschirm gehen die Ladungen los und zerstören sofort das Gehirn des Nutzers.»

Aber wieso?

Ein Game, das einen auch im wirklichen Leben tötet? Wieso kommt man auf solche Ideen? Luckey liefert die Erklärung gleich selbst: Ein Game ist umso besser, je tiefer man reingezogen werde. «Gute Grafik lässt ein Spiel vielleicht echter aussehen, aber nur wenn ernsthafte Konsequenzen drohen, kann sich das Spiel für dich und alle anderen darin wirklich realistisch anfühlen», meint Luckey.

Selbst getestet habe er sein neustes Spielzeug noch nicht, denn scheinbar funktioniert noch nicht alles so, wie gewünscht: «Allerdings gibt es noch einen Haufen von Fehlern, die den User zum falschen Zeitpunkt töten könnten. Deswegen hatte ich noch nicht die Eier, es selbst zu benutzen.»

Meint er das wirklich ernst?

Wohl nicht zu 100 Prozent. Zwar existiert ein Prototyp der Explosionsbrille, aber: «In seinem aktuellen Zustand ist es nicht mehr als ein Stück Büro-Deko. Es soll zum Nachdenken anregen und an Wege im Spieldesign erinnern, die bislang noch nicht erkundet wurden», schreibt Luckey in seinem Blog.

Und wer sich jetzt fragt, wie Luckey überhaupt an Sprengladungen kommt: Nach seiner umstrittenen Entlassung bei Facebook gründete der VR-Pionier die Rüstungsfirma Anduril Industries. Diese baut für das US-Militär Überwachungs- und Verteidigungssysteme. Die Sprengsätze würde er für ein anderes Projekt benötigen. Mehr verriet Luckey nicht.

Quelle: Today-Zentralredaktion
veröffentlicht: 9. November 2022 15:40
aktualisiert: 9. November 2022 15:40