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Historische Tabakwerbung

Kippen, Zigis – und alle so: «Yeah!»

26. September 2021, 21:13 Uhr
Diese Woche hat das Parlament das neue Tabakproduktgesetz fertig beraten. Insbesondere Jugendliche sollen künftig besser geschützt werden. Das war früher anders – aber schau selbst!
Es ist noch gar nicht lange her, dass solche Werbeplakate in der Öffentlichkeit hingen. Dieses ist von 1991 in Zürich.
© Keystone

Inwieweit steht die Werbung von Zigaretten und anderen Tabakprodukten im Widerspruch mit dem Jugendschutz? Und sollte Tabakwerbung gänzlich verboten werden? Fragen, welche Tabak-Lobbyisten, Parlament und Gesundheitsverbände seit Jahren diskutieren.

Nun hat das Parlament am Mittwoch das neue Tabakproduktgesetz zu Ende beraten. Neu soll Tabakwerbung auf Plakaten, in Kinos, in öffentlichen Verkehrsmitteln und Gebäuden sowie auf Sportplätzen verboten werden. In der Presse und im Internet dürfen Zigaretten und Co. weiter beworben werden, sofern es sich nicht um Medien handelt, die explizit für Minderjährige bestimmt sind. Während der neue Gesetzesentwurf Präventionsfachleuten nicht weit genug geht, kritisieren Gegner von restriktiven Werbeeinschränkungen, dass man ein legales Produkt auch bewerben dürfe.

Diskussionen, die zweifelsohne wichtig, aber noch gar nicht so lange in Politik und Gesellschaft angelangt sind. Bis in die späten 90er Jahre war Rauchen Kult, Zigarettenwerbung gesellig und elegant, aber keinesfalls kritisch. Es folgt eine Auswahl der bekanntesten Tabakwerbungen des 20. Jahrhunderts.

«Winston tastes good»

Mehr als ein halbes Jahrhundert ist es her, dass der damalige amerikanische Präsident Richard Nixon ein Gesetz unterzeichnete, das die Zigarettenwerbung in Funk und Fernsehen verbieten sollte. «Winston tastes good» – der Jingle aus der Zigarettenwerbung von Winston aus dem Jahr 1955 dürfte einigen aus der Babyboomer-Generation trotzdem noch in Erinnerung sein. Für alle anderen hier das Video:

«I'd walk a mile for a camel»

Oder zu Deutsch: «Ich würde eine Meile für ein Kamel laufen.» Was heute wie ein wehmütiges Klagelied eines einsamen Beduinen klingt, war bis in die 70er-Jahre absoluter Kult. Selbst wer nicht rauchte, wusste, dass hier die Rede von einer Zigarette und nicht einem Kamel war.

«Marlboro: The taste of freedom»

Was für ein Klassiker. Der Marlboro Mann galt seinerzeit (zwischen 1950 und dem letzten Jahrhundert) als der Inbegriff von Männlichkeit und gehört noch heute zu einer der grössten Werbeikonen aller Zeiten. Und das, obwohl Darrell Winfried – so hiess der Marlboro Mann richtig – seit vielen Jahren tot ist. Übrigens: Vier andere Marlboro-Testimonials sind an den Folgen vom Rauchen gestorben.

«You’ve come a long way, baby»

In den 70er-Jahren schlossen sich vermehrt Frauen auf der ganzen Welt zusammen und kämpften gegen das Patriarchat und für eine gleichberechtigte Welt. Rauchen wurde bis dato den Frauen vorenthalten, Zigaretten galten als männlich. Das änderte sich Anfang der 70er Jahre mit der Frauenbewegung – zunächst aus Protest begannen auch immer mehr Frauen zu rauchen. Die Zigarettenmarke Virginia Slims nutzte die Women's Liberation-Bewegung und brachte spezielle Zigaretten für Frauen auf den Markt.

Auch auf Plakaten wurde fleissig für Zigaretten geworben. Hier eine Auswahl:

(noë)

Quelle: ArgoviaToday
veröffentlicht: 26. September 2021 21:14
aktualisiert: 26. September 2021 21:13