Auch Aargau betroffen

Müller-Filiale in Aarau schliesst die Tore – Kunden sind entsetzt

5. Januar 2023, 15:04 Uhr
Das Reformhaus Müller ist Konkurs. Bereits ab Mittwoch, 4. Januar 2023, machen alle Läden dicht. Davon betroffen sind auch Filialen im Aargau. In Aarau beispielsweise reagierten Kundinnen und Kunden geschockt.
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Die Nachricht verbreitete sich wie ein Lauffeuer: Das Reformhaus Müller geht Konkurs. Bereits am Mittwoch schliessen alle Standorte in der Schweiz. Davon betroffen ist auch die Müller-Filiale in der Pelzgasse in Aarau. Der Schock bei den letzten Kundinnen und Kunden sitzt tief, wie ein Augenschein vor Ort von Tele M1 zeigt. «Ich kann mich fast nicht mehr beruhigen. Jetzt komme ich hierhin, will einkaufen und lese, dass der Laden morgen zugeht. Das kann doch nicht sein», meint eine entsetzte Kundin. «Ich bin fassungslos. Ich denke, dass man in diesen Zeiten die kleineren Läden mehr unterstützen sollte», ergänzt eine weitere.

Dem Reformhaus ging die Luft aus

Der Preisdruck und die fehlenden Kunden seien dem Familienunternehmen mit mehreren Filialen in der Region zum Verhängnis geworden, sagt Mischa Felber, Geschäftsführer Reformhaus Müller. «Als Familienunternehmen ist uns irgendeinmal die Luft ausgegangen. Darum haben wir diesen Entscheid, der uns allen zusammen das Herz gebrochen hat, getroffen.»

Die Folge: Insgesamt 37 Läden, die allesamt auf Bio- und Demeterprodukte spezialisiert sind, gehen nun zu. 298 Mitarbeitende verlieren sozusagen mit dem Beginn des neuen Jahres ihren Job. Die Angestellten seien bereits am 22. Dezember über die Schliessung informiert worden. Davon wusste auch die Gewerkschaft Unia: «Wir haben mitbekommen, dass bereits über die Feiertage eine grosse Unsicherheit bei den Mitarbeitenden herrschte. Das ist eine sehr unschöne Situation. Auch wie die nahe Zukunft der Mitarbeitenden nun aussieht, ist unklar», sagt Christian Capacoel, Kommunikationsleiter bei der Unia.

Maulkorb für Mitarbeitende

Schon seit Wochen ging das Gerücht um, dass die Müller-Läden pleite seien. Offenbar erteilte die Teppichetage den Mitarbeitenden einen Maulkorb, sie durften nicht darüber sprechen. Bei den Kundinnen und Kunden begründete man die teilweise leeren Regale dann mit Lieferschwierigkeiten. «Es ist unsere Verpflichtung gegenüber allen, die noch Geld zugute haben, dass wir bis zum letzten Tag offen halten. Darum haben wir diese Kommunikationsstrategie gewählt. Für alle, die sich jetzt vor den Kopf gestossen fühlen, tut es mir leid», so Geschäftsführer Mischa Felber. Den Dezember-Lohn hätten noch alle Mitarbeitenden ausbezahlt bekommen.

(ova)

Quelle: Tele M1
veröffentlicht: 3. Januar 2023 20:14
aktualisiert: 5. Januar 2023 15:04