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Auto fährt bei Fasnacht in Belgien in Menschengruppe – sechs Tote

Belgien

Auto fährt bei Fasnacht in Menschengruppe – sechs Tote

20.03.2022, 19:55 Uhr
· Online seit 20.03.2022, 08:57 Uhr
In Belgien ist bei einer Fasnachts-Veranstaltung ein Fahrzeug in eine Menschengruppe gefahren. Bei dem Unglück in dem Ort Strépy-Bracquegnies kamen am Sonntagmorgen mindestens sechs Menschen ums Leben. Die Hintergründe sind unklar.

Quelle: CH Media Video Unit / Silja Hänggi

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Wie ein Sprecher der Rettungskräfte am Sonntagvormittag bei einer Pressekonferenz sagte, sind zudem zehn Schwerverletzte in einem kritischen Zustand. 27 Personen erlitten demnach leichtere Verletzungen.

Ob das Fahrzeug absichtlich in die Menschengruppe gesteuert wurde, ist weiterhin unklar. Der Fahrer fuhr nach Angaben des Bürgermeisters Jacques Gobert zunächst weiter, konnte dann aber gestoppt werden. Insgesamt sollen Dutzende Menschen von dem Auto getroffen worden seien. Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft betonte, dass es keine Hinweise auf einen terroristischen Hintergrund gebe. Die im Fahrzeug sitzenden Personen kamen seinen Angaben zufolge aus der Region und wurden festgenommen. Sie waren den Behörden bislang nicht bekannt und sind 1988 beziehungsweise 1990 geboren worden.

Die belgische Gemeinde Strépy-Bracquegnies liegt etwa 40 Kilometer südwestlich von Brüssel und zählte nach Angaben der übergeordneten Stadt La Louvière zuletzt knapp 9000 Einwohner.

Der Bürgermeister spricht von einer Katastrophe. «Es gibt keine Worte, es ist ein Grauen. Als ich an den Ort des Geschehens kam, sah ich die Leichen auf der Strasse verstreut.» Ein Moderator von «rtl.info» hatte am Umzug «Ramassage des Gilles» teilgenommen. Er erzählt: «Es waren etwa 150 Menschen da. Plötzlich hörten wir einen riesigen Knall, das Auto fuhr buchstäblich in die Gruppe von Menschen hinein.» Die Leute hätten geschrien. «Es gab Musik und drei Sekunden später waren nur noch Schreie. Es war schrecklich.»

Nach Angaben des Bürgermeisters von La Louvière wurde der kommunale Notfallplan ausgelöst und der Opferhilfedienst aktiviert. Die belgische Innenministerin Annelies Verlinden schrieb auf Twitter, ihr tiefstes Beileid gelte den Familien und Freunden der Getöteten und Verletzten. «Was eine tolle Party werden sollte, wurde zu einem Drama.»

Die Ereignisse in Belgien erinnern an das Grauen beim Rosenmontagsumzug vor zwei Jahren im nordhessischen Volkmarsen. Damals wurden 88 Menschen, darunter 26 Kinder, schwer verletzt, als ein Autofahrer vorsätzlich in den Rosenmontagszug raste. Der Täter wurde mittlerweile zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt.

Die Fasnachtssaison in La Louvière war nach Angaben der belgischen Nachrichtenagentur Belga erst Anfang März gestartet worden, nachdem strenge Corona-Beschränkungen aufgehoben worden waren. 2020 und 2021 hatte der Karneval wegen Corona ganz ausfallen müssen.

(sda/red.)

veröffentlicht: 20. März 2022 08:57
aktualisiert: 20. März 2022 19:55
Quelle: sda

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