EU-Klimawandeldienst

Erde erlebt wärmsten je gemessenen Januar – so ist die Schweiz betroffen

· Online seit 08.02.2024, 07:50 Uhr
Der Klimawandeldienst Copernicus teilt mit, dass der vergangene Monat der wärmste gemessene Januar seit über 70 Jahren ist. Trotzdem gibt es in verschiedenen Gebieten auch deutliche Unterschiede.
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Die globalen Temperaturen sind im Januar 2024 höher als je zuvor in diesem Monat seit Beginn der Aufzeichnungen gewesen. Das teilte der Klimawandeldienst Copernicus der Europäischen Union am Donnerstag mit.

Demnach lag die Lufttemperatur an der Erdoberfläche mit durchschnittlich 13,14 Grad Celsius um 0,7 Grad höher als im Schnitt des Referenzzeitraums von 1991 bis 2020 und um 0,12 Grad über der Temperatur im Januar 2020, der bislang als der wärmste Januar verzeichnet wurde.

Die von Copernicus genutzten Daten gehen zurück bis auf das Jahr 1950, teilweise sind aber auch frühere Daten verfügbar.

Schweizer Bergwelt leidet

Die mittlere Januar-Temperatur 2024 war zudem um 1,66 Grad höher als die geschätzte Durchschnittstemperatur im Januar der Zeit zwischen 1850 und 1900. Auch die globale Durchschnittstemperatur der vergangenen zwölf Monate von Februar 2023 bis Januar 2024 war den Angaben zufolge so hoch wie nie zuvor. Sie lag um 0,64 Grad über der des Referenzzeitraums von 1991 bis 2020.

Unter den höheren Temperaturen leidet auch die Schweizer Bergwelt. Durch schmelzende Gletscher «schrumpfen» auch einige Berge – einige 4000-Meter-Gipfel könnten ihren Status so verlieren, wie dieses Videobeitrag zeigt.

Regional zeigen sich Unterschiede

In Europa zeigte sich ein gemischtes Bild. Während es in den nordischen Ländern deutlich kühler war als im Schnitt des Referenzzeitraums, war es im Süden des Kontinents deutlich wärmer. Überdurchschnittlich warm war es auch im Osten Kanadas, in Nordwestafrika, dem Nahen Osten und Zentralasien, während es im westlichen Kanada, dem Zentrum der USA und dem grössten Teil Sibiriens kälter war als im Durchschnitt.

Das Wetterphänomen El Niño habe begonnen, sich abzuschwächen im äquatorialen Pazifik, aber die Lufttemperaturen über dem Meer seien weiterhin auf einem ungewöhnlich hohen Niveau, hiess es in der Copernicus-Mitteilung weiter. Das wiederkehrende Wetterphänomen heizt alle paar Jahre den Pazifik auf.

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Mahnung zur Reduzierung von Treibhausgas-Emissionen

«2024 startet mit einem Rekordmonat – es ist nicht nur der wärmste je gemessene Januar, sondern wir haben auch gerade eine zwölfmonatige Periode erlebt von mehr als 1,5 Grad über dem vorindustriellen Referenzzeitraum», sagte Copernicus-Vizedirektorin Samantha Burgess. Eine rasche Reduzierung der Treibhausemissionen sei der einzige Weg, um den Anstieg der globalen Temperaturen zu stoppen, mahnte sie.

Der Klimawandeldienst Copernicus der Europäischen Union veröffentlicht regelmässig Daten zur Temperatur an der Erdoberfläche, zur Meereisdecke und zu Niederschlägen. Die Erkenntnisse beruhen auf computergenerierten Analysen, in die Milliarden von Messungen von Satelliten, Schiffen, Flugzeugen und Wetterstationen auf der ganzen Welt einfliessen.

(sda)

veröffentlicht: 8. Februar 2024 07:50
aktualisiert: 8. Februar 2024 07:50
Quelle: BärnToday

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