Indien

Familie pflegt Mann über ein Jahr – obwohl er tot ist

27. September 2022, 15:37 Uhr
Während eineinhalb Jahren hat eine Familie in Indien einen Angehörigen gepflegt. Sie dachten, dass er im Koma liege, dabei war der 35-Jährige schon lange tot.
Viele Familien gehen vor der Einäscherung mit dem Leichnam zum heiligen Fluss Ganges um ihn zu segnen. (Archivbild)
© keystone
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Der Tote soll 2021 an Corona erkrankt sein und wurde daraufhin mit einer schweren Lungenentzündung ins Spital gebracht. Die Ärzte konnten jedoch nichts mehr für ihn tun, wie indische Medien berichteten. Er verstarb im Spital.

Schock verdrängt Tod

Die Angehörigen wollten das anscheinend nicht wahrhaben. Wie "Bild" berichtet, sollen Angehörige den Leichnam vom Spital abgeholt haben, um ihn zu sich nach Hause zu nehmen. Die Frau des Verstorbenen soll gespürt haben, dass er noch atmete.

Deshalb nahm die Familie an, dass er im Koma liege und versorgten den Leichnam mit Sauerstoff und haben ihn mit dem Wasser aus dem heiligen Fluss Ganges gewaschen. Das Gesundheitsamt gehe davon aus, dass die Frau einen Schock erlitten hatte und dadurch den Tod ihres Mannes nicht «erkannte».

Nicht zur Arbeit erschienen

Der Fall flog auf, weil der Arbeitgeber des Verstorbenen sich beschwerte, dass er nicht mehr zur Arbeite erschienen sei. Wenn er sich bei der Familie erkundete, wo er stecke, hiess es immer, dass er krank sei. Bekannten soll die Familie erzählt haben, dass er im Koma liege, sie ihn pflegen und er bald wieder gesund werde, wie «indian express» schreibt.

Da es kein Verbrechen war, sei für die Polizei der Fall mit der Einäscherung der Leiche abgeschlossen.

(joe)

Quelle: Today-Zentralredaktion
veröffentlicht: 27. September 2022 15:37
aktualisiert: 27. September 2022 15:37