Iran

Gegenseitige Vorwürfe bei Fortsetzung der Atomgespräche

9. Dezember 2021, 15:55 Uhr
Gegenseitige Vorwürfe des Irans und westlicher Staaten haben die Fortsetzung der Gespräche über die Wiederherstellung des Atompakts von 2015 überschattet.
Das Palais Coburg, in dem die Atomgespräche mit dem Iran stattfinden, spiegelt sich an einer Fensterfassade. Bei den Gesprächen in Wien haben gegenseitige Vorwürfe des Irans und westlicher Staaten die Fortsetzung der Verhandlungen über die Wiederherstellung des Atompakts von 2015 überschattet. Foto: Michael Gruber/AP/dpa
© Keystone/AP/Michael Gruber

Die Verhandlungen über neuerliche Einschränkungen des iranischen Atomprogramms und die Aufhebung von US-Sanktionen wurden am Donnerstag in Wien nach fünftägiger Unterbrechung wieder aufgenommen. Die Vereinigten Staaten und europäische Gesprächspartner hätten bislang keine konstruktiven Vorschläge eingebracht, sagte Teherans Aussenminister Hussein Amirabdollahian laut der iranischen Nachrichtenagentur Fars in einem Telefonat mit dem EU-Aussenbeauftragten Josep Borrell. «Das widerspricht ihrer Behauptung, dass sie ernsthaft verhandeln», sagte der iranische Minister.

Diplomaten aus Washington, Berlin, Paris und London hatten zuletzt ähnliche Kritik an Teheran geübt. Die Islamische Republik wolle bereits erzielte Kompromisse zurücknehmen, lauteten die Vorwürfe, nachdem die Gespräche vorige Woche nach mehrmonatigem Stillstand wieder in Gang gekommen waren. Auch von Russland kamen kritische Töne. Moskaus Botschafter in Wien, Michail Uljanow, sprach in einem Tweet von «Spannungen und einer gewisser Enttäuschung».

Deutschland, Frankreich, Grossbritannien, Russland und China vermitteln in Wien zwischen dem Iran und den USA. Washington stieg 2018 aus dem Atomabkommen aus. Als Reaktion auf neue US-Sanktionen ignorierte Teheran vereinbarte nukleare Beschränkungen, die die Entwicklung von Atomwaffen verhindern sollen.

Quelle: sda
veröffentlicht: 9. Dezember 2021 15:55
aktualisiert: 9. Dezember 2021 15:55
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