Auszeichnung

Indische Brüder gewinnen Kinderfriedenspreis für Umwelteinsatz

13. November 2021, 20:27 Uhr
Für ihren Kampf gegen die Luftverschmutzung in ihrer Heimatstadt Delhi sind zwei Brüder mit dem diesjährigen Kinderfriedenspreis geehrt worden. Vihaan und Nav Agarwal hätten «Geschichte geschrieben», sagte der indische Kinderrechtsaktivist und Friedensnobelpreisträger von 2014, Kailash Satyarthi, am Samstag bei der Preisübergabe in Den Haag. «Ihre Anstrengungen werden viele andere inspirieren, mutig zu handeln.»
Blick auf die in Smog gehüllte indische Hauptstadt Neu Delhi. Foto: Vijay Verma/PTI/dpa
© Keystone/PTI/Vijay Verma

Die heute 17 und 14 Jahre alten Brüder gründeten 2020 die Initiative One Step Greener für regelmässige Abfallabfuhr und sachgerechte Mülltrennung, wie die in den Niederlanden ansässige Stiftung KidsRights zur Preisentscheidung erklärte. Informationsmaterial der Initiative zum Zusammenhang von Luftverschmutzung und Müll werde heute an mehr als 100 Schulen der Millionenmetropole Delhi verwendet; zudem hätten die Brüder Vorträge vor mehr als 45 000 Teilnehmern gehalten. Auslöser für ihren Einsatz war, dass Vihaan vor einiger Zeit an Asthma erkrankte.

Gleichzeitig hat die Regierung der indischen Hauptstadt Neu Delhi angesichts der gefährlich hohen Luftverschmutzung heute beschlossen, Schulen ab Montag für eine Woche zu schliessen. Der Unterricht werde in der Zeit online stattfinden, um Kinder zu schützen, sagte Neu Delhis Regierungschef Arvind Kejriwal am Samstag. Beamte und Behördenmitarbeiter wurden aufgefordert, im gleichen Zeitraum von zu Hause zu arbeiten. Eine ähnliche Empfehlung sei auch für private Unternehmen ausgesprochen worden.

Bauarbeiten, die zur Staubbelastung beitragen, seien von Montag bis Mittwoch verboten, fügte er hinzu. Die Metropolregion rund um die indische Hauptstadt war seit mehr als einer Woche in grauen und stinkigen Smog gehüllt. Berichten zufolge hatte sich Rauch von zahllosen Stoppelfeldern, die die Bauern der Umgebung abgebrannt hatten, in die ohnehin schon schwer belastete Luft gemischt. Zuvor hatten die zahllosen Feuerwerke, die trotz Verbots zum hinduistischen Lichterfest Diwali Anfang November abgebrannt worden waren, die Lage verschlechtert.

Die Feinstaubbelastung in der Hauptstadtregion lag am Samstag etwa sechs bis acht Mal über den von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfohlenen Grenzwerten. Neu Delhi zählt etwa 25 Millionen Einwohner und galt in den vergangenen Jahren als eine der am meisten verschmutzten Städte der Welt.

Quelle: sda
veröffentlicht: 13. November 2021 16:35
aktualisiert: 13. November 2021 20:27
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