Neue Studie

Larvenspeichel eines Kleinschmetterlings kann zähen Plastik abbauen

6. Oktober 2022, 14:16 Uhr
Spanische Forschende haben eine Entdeckung gemacht, die viel Potenzial gegen die Plastikverschmutzung bringt. Der Speichel der Grossen Wachsmotte zersetzt das Kunststoffmaterial Polyethylen innerhalb einer Stunde.
Anzeige

Spanische Forscher haben in einem Wurmspeichel Chemikalien entdeckt, die zähen Plastik abbauen. Eine einstündige Einwirkung des Speichels soll den Kunststoff so stark zersetzen wie eine jahrelange Verwitterung. Die Resultate der Studie könnten laut Forschungsteam zu einem Durchbruch zur Bekämpfung der Plastikverschmutzung führen.

Zäher, robuster Kunststoff Polyethylen

Plastik ist ein grosses Verschmutzungsproblem auf der ganzen Welt. Die Bestrebungen um die Reduzierung, das Recycling und die Wiederverwendung von Kunststoffen macht langsam Fortschritte, aber es gibt nur wenige Möglichkeiten, wenn es um das sehr robuste Material Polyethylen geht.

Polyethylen ist ein thermoplastischer Kunststoff. Es ist der weltweit mit Abstand am häufigsten verwendete Kunststoff und wird in erster Linie für Verpackungen verwendet. Polyethylen zeichnet sich durch hohe chemische Beständigkeit, gute elektrische Isolationsfähigkeit und ein gutes Gleitverhalten aus.

Der «Durchbruch der spanischen Forschenden»

Die Forschenden verwendeten den Speichel der Larven der Grossen-Wachsmotte, berichtet «BBC». Diese Motte ist ein bekannter Schädling, der Honigbienenstöcke angreift und vernichtet. Sie sind auch bei Anglern als Köder und als Nahrungsquelle für Reptilien beliebt.

Im Speichel haben die Forschenden zwei Enzyme entdeckt, die Polyethylen bei Raumtemperatur abbauen können. Es sei das erste Mal, dass ein so wirksames Mittel in der Natur gefunden wurde.

Das spanische Team entdeckte 2017 erstmals, dass Wachsraupen das Material abbauen können, aber in dieser neuen Studie haben sie herausgefunden, dass die Schlüsselelemente Enzyme im Speichel der Kreatur sind.

Die hohe Geschwindigkeit bringt Potenzial

Der entscheidende Schritt sei, Sauerstoff innerhalb einer Stunde in das Polymer zu bringen, nachdem der Kunststoff dem Speichel der Larven ausgesetzt wurde. «Wir haben herausgefunden, dass die Enzyme allein in der Lage sind, den Kunststoff zu oxidieren, und das ist der Prozess, der in der Umwelt so lange dauert», so ein Mitautor der Studie.

«Wir stellen uns vor, dass man dieses neue Verständnis auf grosse Anlagen zur Entsorgung von Kunststoffabfällen anwenden könnte», sagt eine weitere Autorin.

(hap)

Quelle: Today-Zentralredaktion
veröffentlicht: 6. Oktober 2022 14:23
aktualisiert: 6. Oktober 2022 14:23