#MeToo-Prozess

Mehrwöchige Gerichtsverhandlung gegen Filmproduzent Harvey Weinstein gestartet

25. Oktober 2022, 06:43 Uhr
Bei den Eröffnungsplädoyers in dem weiteren Prozess gegen den ehemaligen US-Filmmogul Harvey Weinstein hat die Staatsanwaltschaft in Kalifornien schwere Vorwürfe gegen den 70-Jährigen erhoben.
Harvey Weinstein steht in Los Angeles erneut vor Gericht
© KEY/AP/Etienne Laurent
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Ankläger Paul Thompson zeigte am Montag (Ortszeit) vor Gericht in Los Angeles Fotos von Frauen, die bei dem Prozess über Vergewaltigung und andere sexuelle Übergriffe Weinsteins aussagen würden. Er zitierte vor den zwölf Geschworenen Auszüge aus Schilderungen dieser Frauen mit teils drastischen Details, wie vor Ort anwesende Journalisten berichteten.

Vorwürfe zurückgewiesen

Weinsteins Anwalt Mark Werksman wies die Vorwürfe in seinem Auftaktplädoyer kategorisch zurück und beschrieb Weinstein als unschuldigen Mann. Die Klägerinnen hätten einvernehmlichen Sex mit dem einflussreichen Produzenten gehabt, um ihre Karriere in Hollywood voranzubringen, führte der Verteidiger aus.

In elf Punkten angeklagt

In den vergangenen zwei Wochen war die Jury - neun Männer und drei Frauen - für den mehrwöchigen Prozess ausgewählt worden. Weinstein ist in elf Punkten angeklagt, darunter Vergewaltigung und andere sexuelle Übergriffe. Es geht um Vorwürfe von fünf Frauen in einem Zeitraum von 2004 bis 2013. Wie schon zuvor hat der Produzent auch in diesem Fall jede Schuld zurückgewiesen.

In New York bereits verurteilt

Weinstein war im März 2020 in New York unter anderem wegen Vergewaltigung und sexueller Nötigung zu 23 Jahren Haft verurteilt worden. Dieser Prozess markierte einen Meilenstein der Rechtsgeschichte. Der Fall hatte die #MeToo-Bewegung massgeblich mit ausgelöst.

Quelle: sda
veröffentlicht: 25. Oktober 2022 06:45
aktualisiert: 25. Oktober 2022 06:45