Ukraine-Krieg

Russland macht konträre Angaben zu Flüchtlingskorridor

19. April 2022, 20:10 Uhr
In der seit Wochen umkämpften südostukrainischen Hafenstadt Mariupol ist am Dienstag ein weiteres Ultimatum der russischen Truppen weitgehend ergebnislos verstrichen. Die BBC meldet neue Angriffe auf das Asowstal.
In der seit Wochen umkämpften südostukrainischen Hafenstadt Mariupol ist am Dienstag ein weiteres Ultimatum der russischen Truppen weitgehend ergebnislos verstriche
© Keystone/AP/Alexei Alexandrov

Einem BBC-Bericht zufolge sollen pro-russische Truppen mit ihrem Sturm auf das Stahlwerksgelände von Asowstal in Mariupol begonnen haben. Eduard Basurin, der selbsternannte Führer der Pseudo-Volksrepublik Donezk, sagte, man rücke unter dem Schutz russischer Artillerie und russischer Luftwaffe auf das von ukrainischen Kämpfern besetzte Gelände vor.

Bis zu 1000 Zivilisten sollen sich auf dem Gelände befinden

In der seit Wochen umkämpften südostukrainischen Hafenstadt Mariupol ist am Dienstag ein weiteres Ultimatum der russischen Truppen weitgehend ergebnislos verstrichen. «Niemand hat den rund um Asovstal gebildeten neuen humanitären Korridor für Zivilisten genutzt», sagte Alexej Nikonorow, ein Sprecher der prorussischen Separatisten, der staatlichen russischen Nachrichtenagentur RIA Nowosti. Das russische Fernsehen hingegen berichtete, dass 120 Zivilisten das Stahlwerk verlassen hätten. Die ukrainischen Kämpfer hingegen sollen sich weiterhin in der Fabrik verschanzen.

Das russische Militär hatte zuvor einseitig eine zweistündige Feuerpause für das Stahlwerk Asovstal erklärt und die ukrainischen Kämpfer dort aufgefordert, ihre Waffen niederzulegen und das Werk zu verlassen. Zudem sollten sie auch Zivilisten herausführen. Laut ukrainischen Medien könnten sich bis zu 1000 Zivilpersonen auf dem Gelände befinden. Die Anzahl der ukrainischen Soldaten wurde zuletzt noch mit bis zu 2500 angegeben. Diese lehnen auch weiterhin eine Waffenniederlegung ab.

Kämpfe in der Südukraine gehen weiter

Derweil wird auch an anderen Stellen in der Ukraine heftig gekämpft. Im südukrainischen Gebiet Saporischja melden die Behörden schwere Kämpfe um die Kleinstadt Polohy. «Die Männer halten die Verteidigungslinie, aber es läuft ein massiver Angriff des Gegners», erklärte der Gebietsgouverneur Olexander Staruch.

Der ukrainische Generalstab teilte mit, dass im Donbass die Kleinstadt Marjinka wieder unter der Kontrolle Kiews sei. «In Richtung Donezk im Gebiet der Stadt Marjinka hat der Feind durch einen Gegenangriff unserer Streitkräfte hohe Verluste erlitten und sich zurückgezogen» - die ukrainischen Einheiten hätten die Kontrolle über die Ortschaft wiedergewonnen, heisst es im Lagebericht des Generalstabs. Keine Angaben gab es zum Status der Kleinstadt Kreminna unweit von Sjewjerodonezk, in die russische Einheiten am Vortag eingedrungen sein sollen.

Quelle: Today-Zentralredaktion/sda
veröffentlicht: 19. April 2022 20:10
aktualisiert: 19. April 2022 20:10
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