Telefonstreich gegen Krieg?

Scherzanrufe sollen Russlands Führung ärgern

19. Mai 2022, 11:06 Uhr
Ein Künstlerkollektiv nimmt die russische Führung ins Visier – und zwar mit Scherzanrufen. Per Klick sollen zwei russische Führungsmitglieder telefonisch miteinander verbunden werden. Der Auslöser des Anrufs darf nicht nur mithören, sondern sich auch noch amüsieren.
Scherzanrufe soll Russlands Führung ärgern und beschäftigen. (Archivbild)
© AP Photo/ITAR-TASS/Presidential Press Service, Sergey Zhukov

Eine Gruppe internationaler Aktivisten hatten eine Website gestartet, mit deren Hilfe man der russischen Führung auf die Nerven gehen konnte. Mit einem Klick haben Besucher der Seite wasterussiantime.today einen Scherzanruf auslösen können – und dann wurden zwei zufällig ausgewählte Telefonnummern von Regierungs-, Militär- und Geheimdienstmitarbeitern miteinander verbunden. Die mehr als 5000 zur Auswahl stehenden Telefonnummern sollen aus mehreren Leaks stammen, wie das US-amerikanische Online-Portal «Wired» schreibt.

Anrufende sollen beschäftigt werden 

Der Besucher kann zwar selbst nicht aktiv in das Telefonat eingreifen, aber sollte zumindest zuhören können, wie die Angerufenen am Ende der Leitung herausfinden wollen, wer den Anruf eingefädelt hat. Bei einem Versuch der Today-Redaktion auf die Website zuzugreifen, konnte diese leider nicht aufgerufen werden. Von technischen Problemen war die Rede. Laut dem Online-Portal waren deren Testanrufe zum Teil doch erfolgreich.

Idee zur Aktion kam bereits am zweiten Tag des Angriffskrieges

Hinter der Aktion soll allerdings das Künstlerkollektiv The Obfuscated Dreams of Scheherazade (TODS) stecken. «Stell dir vor, du willst ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit organisieren, aber dein Telefon hört einfach nicht auf zu klingeln!», heißt es in einer Pressemeldung von TODS. Ebenso schreibt das Kollektiv auf ihrer Website: Wer am Telefon hängt, kann keine Bomben werfen.»

Bereits nach dem zweiten Kriegstag hatte das Kollektiv die Idee für die Website. Allerdings sollte es bis zu drei Monate dauern, bis die Website schliesslich stand. Laut «Wired» sollte die Website zunächst gegen einen erwarteten Gegenschlag abgesichert werden. Gegenüber dem Online-Portal sollen sich die Aktivisten über das Ziel der Aktion geäussert haben: «Wir wollen nur dazu beitragen, den russischen militärisch-industriellen Komplex zu ärgern», heisst es unter anderem. «Und die Leute ein bisschen zum Lachen bringen.»

Findest du die Aktion angemessen? Schreib es uns in die Kommentare? 

(sib) 

Quelle: Today-Zentralredaktion
veröffentlicht: 19. Mai 2022 11:06
aktualisiert: 19. Mai 2022 11:06
Anzeige