Lago Maggiore

Seilbahnunglück mit 14 Toten in Italien - Suche nach der Ursache

24. Mai 2021, 14:52 Uhr
Auf der italienischen Seite des Lago Maggiore ist am Sonntag eine Seilbahnkabine abgestürzt. Dabei sind gemäss neusten Informationen 14 Menschen ums Leben gekommen, niemand aus der Schweiz. Ein schwer verletztes Kind befindet sich im Spital.
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Quelle: CH Media Video Unit

Gemäss Informationen der italienischen Nachrichtenagentur Ansa hat sich das Unglück am Pfingstsonntag gegen 13 Uhr ereignet. Zum Unglück kam es etwa 100 Meter von der Bergstation entfernt beim letzten Masten. Grund ist offenbar ein Kabelriss im obersten Bereich der Strecke.

Gemäss Angaben der Bergrettung stürzte die Seilbahn aus relativ grosser Höhe in eine Waldschneise. Sie wurde am Boden zerschmettert. Da das Gelände steil und unwegsam ist, gestaltete sich die Bergung schwierig. Es standen zahlreiche Rettungskräfte im Einsatz, darunter auch Helikopter.

Keine Details über Opfer

Über die Identität der Opfer waren auch am Abend keine Angaben erhältlich. Klar ist allerdings, dass unter den Opfern keine Touristen aus der Schweiz waren, wie eine Sprecherin des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten (EDA) auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA sagte.

Die Seilbahn befindet sich auf der italienischen Seite des Lago Maggiore und führt von Stresa auf den Monte Mottarone, ein beliebtes Ausflugsziel. Sie hatte den Betrieb erst vor einem Monat wieder aufgenommen. Zwischen 2014 und 2016 war sie wegen Renovationsarbeiten nicht in Betrieb.

Die Ermittlungen laufen

Die Staatsanwaltschaft der Gemeinde Verbania in der Region Piemont übernahm die Ermittlungen.

Nach dem Unfall waren zwei schwer verletzte Kinder noch per Hubschrauber in eine Klinik in Turin geflogen worden, wo eines von ihnen noch am Abend starb und sich so die Zahl der Toten auf 14 erhöhte. Das zweite Kind - ein fünfjähriger Junge, der schwere Frakturen an den Beinen erlitten hatte - wurde am Abend operiert und stabilisiert, berichtete die Agentur Adnkronos.

Israelische Medien berichteten unter Berufung auf das Aussenministerium, dass unter den Toten fünf Israelis seien. Auch der schwer verletzte Junge stamme aus Israel.

Die Seilbahn war zwischen dem Ort Stresa am Westufer des bei Touristen beliebten Sees und dem Monte Montarrone unterwegs als sie plötzlich abstürzte. Ein Ermittler der Carabinieri sagte laut Nachrichtenagenturen, ein Stahlseil habe sich gelöst. Der 1491 Meter hohe Monte Montarrone ist für seine Aussicht auf die Borromäischen Inseln im Lago Maggiore und sein Berg-Panorama bekannt. Im Winter ist das Gebiet Ziel vieler Skifahrer. Bilder der Feuerwehr und der Polizei zeigten die völlig zerbeulte Kabine an einem steilen Hang in einem Waldstück. Das Gebiet sei schwer zugänglich gewesen, hiess es von den Rettern.

Ministerpräsident Draghi spricht Beileid aus

«Mit grosser Trauer habe ich von dem tragischen Unfall der Stresa- Mottarone-Seilbahn erfahren», teilte Italiens Ministerpräsident Mario Draghi mit. Er spreche den Familien der Opfer sein Beileid aus. Staatspräsident Sergio Mattarella sprach von einem «tiefen Schmerz», den das Unglück ausgelöst habe. Auch Aussenminister Luigi Di Maio und andere Minister aus dem Kabinett Draghi zeigten sich via Twitter bestürzt über das Unglück.

EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen sprach den Familien der Opfer per Twitter «Europas tiefes Mitgefühl» aus. EU-Ratspräsident Charles Michel und der EU-Parlamentspräsident David Sassoli drückten ebenfalls ihre Anteilnahme aus.

Der Präsident der Region Piemont, Alberto Cirio, forderte bei «Rainews 24» die Aufklärung des Unglücks. Italien sei ein Land der Sicherheit. Erst seit Samstag dürfen in Italien die Seilbahnen wieder nach Monaten der Schliessung wegen der Corona-Pandemie ihren Betrieb für Ausflügler aufnehmen. Das hatte die Regierung kürzlich beschlossen. Italien will schrittweise die Corona-Beschränkungen lockern. Die Touristen-Saison soll ab Juni beginnen können. Zuletzt wurde auch die nächtliche Ausgangssperre verkürzt und die Aussengastronomie geöffnet.

Die gesamte Gegend um den Lago Maggiore zieht viele Urlauber an. Der Monte Mottarone gehört zu den beliebten Ausflugszielen an dem See. «In zwanzig Minuten vom See zum Berg», damit wirbt die Seilbahn Funivia Stresa-Alpino-Mottarone auf ihrer Webseite. Das Panorama auf dem Gipfel soll zu einem der schönsten gehören. Im Winter kommen Ski-Sportler in die Gegend. Im Sommer sind viele Wanderer dort unterwegs.

(red.)

Quelle: ArgoviaToday
veröffentlicht: 23. Mai 2021 14:16
aktualisiert: 24. Mai 2021 14:52
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