Algerien

Soldaten retten 100 Menschen vor dem Feuer – und kommen dabei ums Leben

11. August 2021, 14:32 Uhr
Auch Algerien ist von einer Hitzewelle betroffen: Derzeit wüten über 100 Waldbrände. Mehrere Dutzend Menschen sind den Flammen bereits zum Opfer gefallen.
Ein Mann flieht aus einem Dorf in der Nähe von Tizi Ouzou, etwa 100 km östlich von Algier. Foto: Fateh Guidoum/AP/dpa
© Keystone/AP/Fateh Guidoum

Allein 25 Soldaten seien bei Rettungseinsätzen gestorben, teilte Präsident Abdelmadjid Tebboune am Dienstagabend auf Twitter mit. In der von Bränden besonders betroffenen Region Tizi Ouzo starben zudem sieben Zivilisten, wie die Zivilschutzbehörde des nordafrikanischen Landes meldete. Zwei weitere seien zudem schwer verletzt worden.

Den Soldaten sei aber es gelungen, mehr als 100 Menschen aus den lodernden Flammen in Tizi Ouzo sowie in der Region Bejaia östlich der Hauptstadt Algier zu befreien, schrieb Tebboune weiter.

Insgesamt seien in dem nordafrikanischen Land inzwischen 103 Brände in 17 Regionen ausgebrochen, meldete die staatliche Nachrichtenagentur APS unter Berufung auf die zuständige Behörde für Wälder im Land. Alleine in Tizi Ouzou wüteten 22 Feuer.

Der algerische Ministerpräsident Ayman Ben Abdel Rahman sagte dem Staatsfernsehen, dass die Brände absichtlich gelegt worden seien. In der Provinz Medea 80 Kilometer westlich von Algier wurden Medienberichten zufolge drei mutmassliche Brandstifter festgenommen. Viele Orte in Algerien melden in diesen Tagen Temperaturen von weit über 40 Grad. Die Hitzewelle soll vorerst anhalten.

Die Zahl der Todesopfer beläuft sich derzeit je nach Quelle auf etwas zwischen 42 (News-Sender Aljazeera) und 65 (Agenturen SDA und AFP).

Etliche Länder im Mittelmeerraum kämpfen derzeit mit schweren Waldbränden. In Griechenland waren etwa in den vergangenen Tagen im ganzen Land 586 Feuer ausgebrochen. Besonders schwer getroffen ist derzeit die Insel Euböa. Mehrere Orte wurden dort evakuiert. Auch in Italien wüten dutzende Brände. In der Türkei hat sich die Lage inzwischen etwas entspannt.

Quelle: sda
veröffentlicht: 10. August 2021 23:45
aktualisiert: 11. August 2021 14:32
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