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Wer am Freitag nach Deutschland fährt oder fliegt, braucht viel Geduld

Streik angekündigt

Wer am Freitag nach Deutschland fährt oder fliegt, braucht viel Geduld

19.04.2023, 14:14 Uhr
· Online seit 19.04.2023, 13:17 Uhr
An diesem Freitag wird es für viele Bahnreisende in Deutschland wieder stressig: Die Gewerkschaft EVG will mit neuerlichen Warnstreiks den Regional- und Fernverkehr lahmlegen.

Quelle: Beitrag zum landesweiten Streik im März / CH Media Video Unit

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Kurz vor den anstehenden Gesprächen mit der Deutschen Bahn liegen beide Seiten im Tarifstreit noch weit auseinander. Die weitreichenden Einschränkungen betreffen den Fern- und Regionalverkehr der Deutschen Bahn und anderer Verkehrsunternehmen.

Das gilt es für Schweizer zu beachten

Zwischen 3.00 Uhr am Freitagmorgen und 11.00 Uhr am Vormittag sollen die Beschäftigten in sämtlichen Bahnbetrieben, in denen verhandelt wird, die Arbeit niederlegen, wie die Gewerkschaft am Mittwoch mitteilte.

Welche Auswirkungen dies auf den Schweizer Bahnverkehr habe, sei schwierig abzuschätzen, sagt ein Mediensprecher der SBB gegenüber der Today-Redaktion. Wie üblich werde die SBB aber grenzüberschreitende Züge ersetzen – allerdings nur in der Schweiz. Der Bahnverkehr innerhalb der Schweiz werde also kaum beeinträchtigt.

Insbesondere der Fernverkehr der Deutschen Bahn dürfte den ganzen Tag über weitgehend zum Erliegen kommen, weil die Züge am Morgen nicht auf die Strecke gebracht werden können. Wer von der Schweiz her mit dem Zug durch Deutschland fahren will, muss also einiges an Geduld mitbringen.

Auch im Flugverkehr wird gestreikt

Bereits am Vortag hatte die Gewerkschaft Verdi ebenfalls für Freitag ganztägige Arbeitsniederlegungen an den drei Flughäfen Köln/Bonn, Düsseldorf und Hamburg im Luftsicherheitsbereich, in der Fluggastkontrolle, der Personal- und Warenkontrolle und in Servicebereichen angekündigt.

Deswegen musste die Fluggesellschaft Swiss mindestens fünf Flüge von Hamburg nach Zürich und je zwei von Düsseldorf nach Zürich und zurück streichen, wie der Flughafen Zürich auf Anfrage mitteilte.

Verdi befindet sich derzeit mit Bund und Gemeinden im Tarifstreit für die rund 2,5 Millionen Beschäftigten im öffentlichen Dienst. Dass nun am Freitag zeitgleich im Luft- und Schienenverkehr gestreikt werde, sei ein Zufall, betonte EVG-Verhandlungsführer Kristian Loroch am Mittwoch bei der Ankündigung der Aktionen.

Verhandlungen gehen weiter

Derweil setzt die EVG ihre Verhandlungen mit dem Eisenbahn-Unternehmen Transdev fort. In der kommenden Woche sollen die Gespräche auch bei der Deutschen Bahn weiter gehen, die besonders im Fokus steht.

Die Arbeitnehmervertreter fordern in den Verhandlungen mit der Branche für die Beschäftigten mindestens 650 Euro mehr pro Monat oder zwölf Prozent bei den oberen Einkommen sowie eine Laufzeit von zwölf Monaten. Derzeit verhandelt die Gewerkschaft in zweiter Runde nach und nach mit rund 50 Eisenbahn-Unternehmen.

Die Deutsche Bahn hatte zuletzt deutlich gemacht, dass sie einen Kompromiss in der Höhe des öffentlichen Dienstes auch für die Bahnbranche für denkbar hält. So könne man in der nächsten Verhandlungsrunde am 25. April in Fulda schnell zu einem Abschluss kommen, hatte das Unternehmen am Sonntag mitgeteilt. Die EVG wiederum hat eine solche Tariflösung für die eigene Branche umgehend abgelehnt.

Im öffentlichen Dienst liegt ein Vorschlag für einen steuer- und abgabefreien Inflationsausgleich in mehreren Stufen von insgesamt 3000 Euro auf dem Tisch. Ab März 2024 soll es dann einen Sockelbetrag von 200 Euro sowie anschliessend ein Lohnplus von 5,5 Prozent geben.

(sda/jaw)

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veröffentlicht: 19. April 2023 13:17
aktualisiert: 19. April 2023 14:14
Quelle: Today-Zentralredaktion

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