Grünes Licht

Umweltverbände blitzen mit Beschwerde gegen neue Axenstrasse ab

5. August 2022, 10:55 Uhr
Nach zwei Jahren ist es nun so weit: Das Bundesverwaltungsgericht hat über die Beschwerde von Umweltverbänden gegen die geplante neue Axenstrasse entschieden – und diese abgewiesen. Der Entscheid kann angefochten werden.
Das Bundesverwaltungsgericht lehnt Beschwerden gegen die neue Axenstrasse ab.
© KEYSTONE/GAETAN BALLY

Seit den 2000er Jahren ist die neue Axenstrasse in Planung. Nun hat sie eine wichtige Hürde genommen. Das Bundesverwaltungsgericht hat sämtliche Beschwerden der Umweltverbände abgewiesen. Es kommt zum Schluss, dass es aus Sicherheitsgründen zulässig sei, die neue Strasse ausschliesslich für Motorfahrzeuge zu bauen. Die Verbände bedauern, dass kein einziger Punkt Gehör beim Gericht fand, schreibt das «Interkantonale Axenkomitee für eine vernünftige Verkehrspolitik» in einer Mitteilung.

Die «Neue Axenstrasse» soll dazu führen, dass es weniger Sperrungen auf der Nord-Süd-Verbindung gibt.

© zVg

Trotzdem verzeichnet das Komitee einen Teilerfolg. Das Gericht hält in seinen Erwägungen fest, dass die neue Axenstrasse erst in Betrieb genommen werden darf, wenn die flankierenden Massnahmen auf der bestehenden Axenstrasse umgesetzt worden sind. Sie sind entscheidend für die Entlastung von Sisikon und die Verhinderung von zusätzlichem Verkehr auf der Nord-Südachse.

Weiterzug wird geprüft

Das am Freitag veröffentlichte 91-seitige Urteil ist noch nicht rechtskräftig und kann beim Bundesgericht angefochten werden. Die Beschwerde der Umweltverbände ist die letzte juristische Hürde, bevor das Projekt definitiv grünes Licht erhält.

Die Umweltverbände befürchten durch die Verdoppelung der Strassenkapazität deutlichen Mehrverkehr. Dies würde dem in der Verfassung verankerten Alpenschutz widersprechen. Die Verbände könnten die Beschwerde gegen das Bauprojekt bis Mitte September ans Bundesgericht weiterziehen. Nach einer genauen Analyse des nun vorliegenden Urteils werde darüber entscheiden.

Unfall gibt neuen Anlass zur Diskussion

Seit Jahren wird über die Sicherheit auf der Axenstrasse diskutiert. Sie verbindet Brunnen und Flüelen entlang des Urnersees. Bis zu 16'000 Fahrzeuge befahren sie an Spitzentagen. Immer wieder kommt es zu Felsstürzen und dadurch zu teils mehrwöchigen Sperrungen.

Die Diskussion um den Bau der neuen Axenstrasse wurde zudem durch den tragischen Unfall Ende Juli neu entfacht. Ein Auto stürzte nach einem Unfall in den Vierwaldstättersee und musste aus einer Tiefe von 182 Metern geborgen werden. Dabei starb ein 63-jähriger Mann.

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Quelle: CH Media Video Unit / Melissa Schumacher

Die neue Axenstrasse kostet rund 1,2 Milliarden Franken. Neben mehr Sicherheit soll sie auch eine Entlastung der Dörfer Brunnen und Sisikon vom Durchgangsverkehr bringen. Der Bund bezahlt rund 94 Prozent des Neubauprojekts, die beiden Kantone Uri und Schwyz übernehmen den Rest.

Im Mai wurde nun bereits mit dem Bau einer temporären Hilfsbrücke gestartet. Momentan ist geplant, dass in rund neun Jahren der Betrieb der «neuen Axenstrasse» aufgenommen werden kann.

(red.)

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 5. August 2022 10:24
aktualisiert: 5. August 2022 10:55
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