Umfrage

Menschen im Limmattal fühlen sich nicht als «Limmattaler»

30. März 2022, 16:08 Uhr
Das Limmattal ist eine sehr heterogene Region: Die Einwohnerinnen und Einwohner fühlen sich zwar wohl – sie verstehen sich aber nicht als «Limmattalerin» und «Limmattaler», sondern identifizieren sich vor allem über ihre Wohngemeinde.
Autobahn und Naherholungsraum Limmat bei Unterengstringen: Das Limmattal ist eine sehr heterogene Region mit vielen verschiedenen Identitäten.
© KEYSTONE/ALEXANDRA WEY

Dies spreche «für eine bunte Mischung verschiedener Identitäten» und stelle eine Vielfalt dar, «die das Limmattal einzigartig macht», wie das Fazit einer Bevölkerungsbefragung lautet.

In den Augen der Befragten überwiegen die Stärken der Region die Schwächen bei weitem. «Vor allem der Mix zwischen Stadt und Land überzeugt», heisst es in einer gemeinsamen Mitteilung der Kantone Zürich und Aargau vom Mittwoch.

94 Prozent der Befragten geben an, sich im Limmattal wohlzufühlen. Sie verlassen es auch selten: 71 Prozent der Bewohnerinnen und Bewohner arbeiten im Limmattal oder in der Stadt Zürich. Die Freizeit verbringen sie ebenfalls grösstenteils in der Region.

Verkehr: eine Schwäche und eine Stärke

Zu reden gibt im Limmattal insbesondere die Mobilität. Diese wird gemäss Befragung als grösste Schwäche beurteilt – aber auch von einer Mehrheit zu den Stärken gezählt. Als Herausforderungen bezeichnen die Befragten auch den Umwelt- und Naturschutz, den Ausbau des öffentlichen Verkehrs und den Erhalt der Wohnqualität.

«Verkehrsüberlastung, Lärm- und andere Emissionen sowie die vielen Autos sind die Kehrseite der dynamischen Region», heisst es dazu in der Mitteilung. Das Limmattal gehört zu den am schnellsten wachsenden Regionen der Schweiz. Für die Kantone Zürich und Aargau ist es Wachstumsmotor und Naherholungszone zugleich.

Regionale Zusammenarbeit wird begrüsst

Auch wenn die Kantons- und Gemeindegrenzen in den Köpfen der Einwohnerinnnen und Einwohnern im Limmattal offenbar wichtig sind, erkennen sie aber auch ein grosses Potenzial für eine regionale Zusammenarbeit. So befürwortet eine Mehrheit diese beispielsweise bei den Erholungsangeboten.

Die Abteilung Raumentwicklung des Departements Bau, Verkehr und Umwelt des Kantons Aargau und das Amt für Raumentwicklung der Baudirektion des Kantons Zürich gaben die Studie in Auftrag. Ziel der Befragung war unter anderem, eine Übersicht über die Ansprüche, Wünsche, Lebensgewohnheiten und das Selbstverständnis der Menschen im Limmattal zu erhalten.

Die Regionale 2025 arbeitete bei der Studie mit. Der von 16 Limmattaler Gemeinden und Städten getragene Verein will die Identität des Limmattals stärken. Bis 2025 unterstützt und koordiniert er dazu diverse Projekte.

Quelle: sda
veröffentlicht: 30. März 2022 16:10
aktualisiert: 30. März 2022 16:10
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