Wochenserie

Rot-weisse Liebe für den Dorffussball in Muri

Matteo Fruci, 30. März 2022, 09:48 Uhr
Während im Profifussball regelmässig über eindrückliche Choreos in Schweizer Stadien und über Gewalt in Fankurven berichtet wird, gehen kleine Gruppierungen im Amateurfussball gänzlich vergessen. Wir ändern das und präsentieren dir in einer Wochenserie Aargauer Fangruppierungen. Der heutige Protagonist: Der FC Muri mit der «Szene Muri».

«Mer träged rot – mer träged wiiss – mer sind die geilschte Fans vude Schwiiz!» So ertönt die Szene Muri im heimischen Stadion Brühl und auch auswärts. Oder: «Eusi Liebi kännt kei Liga – Muri mer liebed dich!»

«Komm doch mal mit»

Wie wird man eigentlich Fan vom FC Muri? Immerhin hat es in der Schweiz viele illustre Fankurven wie die Muttenzerkurve in Basel oder die Südkurve in Zürich. «Sie haben mich mal gefragt, ob ich mitkommen will. Das Derby gegen die zweite Mannschaft des FC Wohlen stand an», erklärt Simon, Mitglied der «Szene Muri». «Ich bin schon seit Kindesbeinen beim FC Muri und habe dort alle Juniorenabteilungen durchlaufen und auch in der zweiten und dritten Mannschaft gespielt. Als ich dann das erste Mal bei den Fans gestanden bin, hat es sofort gepasst für mich – besser als zu Hause rumsitzen und gamen.» Der Kontakt zur «Szene Muri», welche es seit rund fünf Jahren gibt, wurde immer intensiver und mittlerweile ist Simon bei praktisch jedem Spiel dabei.

Abschauen bei den anderen

«Es war mal ein Heimspiel gegen ein Team mit einer Fangruppe. Und da sagten sich meine Kollegen: Beim nächsten Spiel machen wir das auch», erklärt Simon die Entstehung der «Szene Muri». «Der Verein freut sich jedes Mal, wenn wir kommen, und fragt auch immer, ob wir etwas organisiert haben.» Vor allem zum Präsidenten und zum Mannschafts-Kapitän sei der Draht hervorragend. «Die Mannschaft schenkte uns mal ein Megafon. Bei unserer Anzahl an Fans brauchen wir das aber nicht», sagt Simon mit einem Schmunzeln.

Grosser Fan-Treff

«Wir haben alles bei uns: Aarau-Fans, GC-, Basel- oder auch Luzern-Fans.» Gemeinsam ein Spiel zu geniessen, sei deshalb schwierig, so Simo. «Du willst halt unbedingt in die Kurve, kannst aber nicht mit dem Kollegen zu den Fans des Rivalen stehen.» Muri ist somit die Möglichkeit, gemeinsam Stimmung zu machen und den selben Verein zu unterstützen. «Ich kann mit meinen Kollegen 90 Minuten lang singen und den FCM anfeuern. Das Gemeinschaftsgefühl steht bei uns im Zentrum!»

Haben wir dir die Aargauer Fangruppierungen im Amateurfussball schmackhaft gemacht? Hier die weiteren Artikel der Wochenserie:

Wir haben die Fankurve deines Dorfvereins vergessen? Dann lass es uns in der Kommentarspalte wissen.

Quelle: ArgoviaToday
veröffentlicht: 30. März 2022 08:08
aktualisiert: 30. März 2022 09:48
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