Aargau/Solothurn

SP fordert PS-Beschränkung für Neulenkende

Unfallverhütung

Kommt bald eine PS-Beschränkung für Junglenker?

01.06.2022, 14:11 Uhr
· Online seit 01.06.2022, 12:33 Uhr
Besonders junge Männer sind laut Statistik oft in Unfälle mit stark übersetzter Geschwindigkeit und PS-starken Fahrzeugen verwickelt. Der Bundesrat soll daher eine Gesetzesanpassung vornehmen, wonach es für Junglenkende eine PS-Beschränkung geben soll.
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In anderen Ländern gilt schon länger eine PS-Beschränkung. So dürfen Junglenkende in Italien im ersten Jahr nur mit Fahrzeugen mit maximal 75 PS rumkurven. In Kroatien gilt sogar eine PS-Obergrenze bis 25 Jahre. Erst danach dürfen junge Kroatinnen und Kroaten ein Auto über mit 102 PS fahren.

Eine solche Regelung soll nun auch in der Schweiz eingeführt werden. Die Leistungsbegrenzung gilt hierzulande schliesslich für Motorräder schon.

Forderung kommt aus dem Aargau

Bereits im Juni 2020 reichte die Aargauer SP-Nationalrätin Gabriela Suter eine entsprechende Motion ein. Der Blick auf die Polizeimeldungen zeige, dass junge, meist männliche Fahrzeuglenkende regelmässig mit stark übersetzter Geschwindigkeit unterwegs seien. Ihr Fehlverhalten sorge dafür, dass die Gruppe der Junglenkerinnen und Junglenkern in den Statistiken mit deutlich erhöhtem Unfallrisiko hervorsticht, so die Begründung für die Motion.

Dies erläuterte sie auch nach einem schweren Unfall im vergangenen Jahr gegenüber TeleM1. Ein junger Mann verlor damals bei Buttwil die Kontrolle über seinen 500-PS-Boliden und flüchtete, ohne sich um seine Beifahrerin zu kümmern.

Quelle: TeleM1

Ein anderer Unfall ereignete sich erst im März in Windisch AG. Erst wurde ein 24-Jähriger mit 148 km/h geblitzt und musste den Führerausweis abgeben, kurz darauf verunfallte der Beifahrer – diesmal als Lenker – im selben Mietauto, weil er die Kontrolle verloren hatte. Der BMW war danach schrottreif. Nach diesem Vorfall kam sogar aus den Reihen der Autovermieter Kritik auf.

Quelle: Tele M1

Verlängerte Ausbildungszeit für junge Menschen

Laut der Beratungsstelle für Unfallverhütung liegt die Gefahr einerseits in der mangelnden Routine, andererseits in der Selbstüberschätzung sowie dem riskanteren Verhalten. Sind zusätzlich PS-starke Autos mit mehr Kraft und Geschwindigkeit im Spiel, steigt das Risiko zusätzlich an.

Der Bundesrat schreibt in einer Stellungnahme dazu, dass eine PS-Beschränkung nicht hilfreich sei, um Unfälle zu reduzieren. Vielmehr setzte der Bundesrat auf eine verlängerte Ausbildungszeit von Fahranfängerinnen und Fahranfängern, die 2021 in Kraft trat.

Am Mittwoch, 1. Juni, soll der Nationalrat nun entscheiden, wie es weitergehen soll.

(roa/sfr)

veröffentlicht: 1. Juni 2022 12:33
aktualisiert: 1. Juni 2022 14:11
Quelle: Today-Zentralredaktion

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