Aargau/Solothurn

Die kuriosesten Google-Bewertungen von Aargauer Bahnhöfen

Rezensionen

«Mit Salami beworfen» – Google-Bewertungen von Aargauer Bahnhöfen

22.01.2024, 05:49 Uhr
· Online seit 22.01.2024, 05:49 Uhr
Auf Google ist mit wenigen Klicks eine Bewertung hinterlassen. Diese Rezensionen sind für die Öffentlichkeit einsichtbar und sollen Auskunft von Benutzerinnen und Benutzern geben. ArgoviaToday hat sich die Beurteilungen der Bahnhöfe im Aargau etwas unter die Lupe genommen.
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Zwischen einem und fünf Sternen können bei den Google-Bewertungen verteilt werden. Dazu kann jeweils ein Kommentar verfasst werden, der die Umstände oder die Bewertung erklären. Was die Besucherinnen und Besucher zu den Aargauer Bahnhöfen zu sagen haben, kommt jetzt.

Sanitäranlagen

Ein grosses Thema in den Rezensionen der Bahnhöfe sind die Toiletten. So sollen die Sanitäranlagen am Bahnhof in Dottikon-Dintikon nur für eine bestimmte Benutzerschaft zugänglich sein. «Die WCs sind laut Kioskbesitzer nur für Stammgäste. Ich bin froh, lag noch kein Haufen vor der Ladentür! Jeder Bahnhof sollte ein öffentliches WC haben!», steht in einer 1-Stern-Bewertung. Zwar sind die Toiletten am Bahnhof Bremgarten West öffentlich zugänglich, die Öffnungszeiten scheinen aber ein Geheimnis zu sein: «Die Toilette ist willkürlich offen oder geschlossen.» Weiter steht in der Rezension geschrieben, dass die Toiletten auch nicht ansatzweise immer zur gleichen Zeit offen oder geschlossen seien.

Mehr Glück soll man mit den Sanitäranlagen am Bahnhof in Aarau haben. Aber auch da: Das Finden dieser stellt sich als Herausforderung heraus, denn «die Beschilderung der WCs ist äusserst ungünstig platziert», so eine Bewertung. Zudem soll die Sauberkeit nicht vorhanden sein: «Ein penetranter Uringeruch sowie ein Geruch von Fäkalien ist vorhanden. Die Anlage war ungeputzt, teilweise mit Ausscheidungen verschmiert, WC-Papier lag am Boden, keine Seife. Alles in allem für 1.50 Franken kein schönes Erlebnis.» Bereits im Februar 2023 sorgten die Aarauer Bahnhof-Klos für Ärger. Zwar etwas günstiger mit 1 Franken sind die Toiletten am Bahnhof Baden, aber auch diese begeistern die Bewerterinnen und Bewerter nicht: «Ein Schock! Einfach nur grausam» oder: «So schmutzige WCs kenne ich nur vom Ausland. Ganz übel und alles defekt: Spülung und WC-Ring fehlen, genauso etwas zum Händetrocknen.»

Am Bahnhof Killwangen-Spreitenbach soll es zwar nicht auf der Toilette, dafür im Lift nach Urin stinken: «Im Moment riecht es im Lift wie in einem ungereinigten Pissoir.» Weiter soll die Sauberkeit auch sonst am Bahnhof nicht so genau genommen werden: «Die Handläufe zu den Geleisen sind dreckig und klebrig, der Boden voller Zigaretten und Kaugummiabfälle, die Wände voller Spinnen und schwarzer Gespinste.»

Aussehen

Der Bahnhof Killwangen-Spreitenbach sorgt aber auch mit seinen Wartehäuschen für 1-Stern-Bewertungen. «Ich empfinde es als sehr unangenehm, dass der Warteraum keine Türe hat. Der Winter ist kalt, der Warteraum schützt mit fehlender Türe nicht vor der Kälte. Ich bin der Meinung, dass wir genug Steuern bezahlen, dass wir auch geschlossene Warteräume verdient haben.» Umbauten scheinen bei den Bahnhof-Besucherinnen und Besucher ebenfalls nicht immer positiv anzukommen. Zwei Beispiele für den Bahnhof Aarau: «Wieso muss man neue Sachen dazu bauen, die nicht zum Rest passen? Also wirklich, man könnte den gleichen Baustil fortführen» oder «Danke, dass Ihr die Parkplätze für Kurzzeiten eliminiert habt. Echt eine tolle Idee – fast so toll wie die 30er-Zone an der Bahnhofsstrasse.»

Eine aussagekräftige Signalisation ist den Bahnhofbesuchenden in Zofingen ebenfalls wichtig: «Aufgrund schlechter Beschilderung haben wir unseren Zug verpasst.» Glücklicherweise hat dieser Kommentator einen Verbesserungsvorschlag: «Mein Vorschlag wäre eine ‹Einweisperson›, welche einem mitteilt, wo man hinmuss». Damit man diese auch findet, gibt es ein Kleidungsvorschlag, «gekleidet in einer Leuchtweste und einem Hut, der am Abend leuchtet.» Dies wäre folgender Person sicher zugutegekommen: «Obwohl der Bahnhof zwar klein ist, findet man Gleis 40 kaum. Viel Glück beim Suchen.»

Notwendig wäre eine «Einweisperson» in Würenlos nicht, denn dabei soll es sich eher um eine «Bushaltestelle auf Steroiden» handeln und nicht etwa um einen Bahnhof, so eine 1-Stern-Bewertung. Lenzburg ist grösser, hat dafür «viel zu wenig Platz». Ein anderer Kommentar findet für den Bahnhof Lenzburg andere Worte: «Ungemütlich, laut, dreckig, stinkig und absolut nichts Schönes.» Etwas weniger Worte erhält das Aussehen vom Bahnhof Aarau: «Etwas hässlich.»

Dass es auch anders geht, zeigt ein Beispiel für den Bahnhof Baden. Eine 5-Sterne-Bewertung schreibt folgendes: «Ein malerischer und historischer Bahnhof. Es gibt einen kleinen Wartebereich im Inneren und eine grosse Auswahl an Geschäften im Untergrund.»

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

Ein Bahnhof, an dem gerade die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für viele Bewertungen sorgen, ist der Bahnhof Berikon-Widen. Durchwegs positive Google-Rezensionen gelten den Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des bedienten Schalters. Die Bewerter finden Worte wie: «Top Beratung, sehr kompetent. Für die Kleine hat es ein Spielticket gegeben, über das sie sich sehr gefreut hat» oder «sehr freundliche Mitarbeiter», wie auch «sehr geduldig und hilfsbereit. Das nenne ich top Kundenbetreuung.»

Alkohol und Drogen

Freuen sich die Menschen noch über freundliches Personal, stören sie sich stark an alkoholisierten Personen. «Die trinkenden Randständigen und Asylanten sind und bleiben ein Ärgernis, das aber weder Polizei noch SBB zu interessieren scheint», ist in einer Bewertung für den Bahnhof Aarau zu lesen. Ähnlich klingt es in Wohlen: «Unheimlicher Bahnhof, viele komische Gestalten, viel Alkoholabhängige, tägliche Autorennen am Abend auf dem Bahnhofplatz!» Andere Kommentare geben eher einen Tipp ab, «kann man gut als Kiffer-Platz benutzen.» Ob diese Bewertung für den Bahnhof in Gränichen ernst zu nehmen ist, sei dahingestellt.

Ein grosses und bekanntes Problem stellt in dieser Thematik der Bahnhof Brugg dar. «Nach Einbruch der Nacht sind Reisende eher in Unterzahl gegenüber Alkoholiker und anderen. Wer durchkommt, ohne angebettelt zu werden, hat wohl Glück» oder «vermutlich grösste Outdoor-Strassenapotheke im Aargau», sind nur eine kleine Beschreibung für den Bahnhof Baden. Es soll «nur Junkies» haben und «die Menschen hier gucken so böse.»

Wenig Einfühlungsvermögen zeigt ein Kommentator mit den Menschen am Bahnhof Brugg: «Die ganzen Obdachlosen nerven, die sollen mal arbeiten gehen, anstatt jeden aufzuregen!» Andere Bewerter sehen diese Person als Chance: Hatte schon viele tiefgründige Gespräche mit fremden besoffenen Leuten. Ist ganz nett, fast wie eine gratis Therapie», schreibt jemand zum Bahnhof in Wohlen.

Bahnschranke

In Hendschiken gibt es für den Bahnhof selbst kaum Bewertungen und Rezensionen, dafür um so mehr für die Bahnschranke. Beginnend mit «Erbärmlich, eure Bahnschranke!», weitergehend mit «wenn ich in Hendschiken wohnen würde, würde ich jeden dazu auffordern, keine Steuern mehr zu bezahlen, bis dieser elende Übergang angepasst wird», und endend mit «aus Prinzip gibt es nur einen Stern wegen dieser dämlichen Bahnschranke.» Die Kommentar-Schreiber monieren, dass die Schranke teilweise bis zu 20 Minuten unten ist und man einfach warten muss, obwohl kein Zug komme.

Dies und Das

Die Bewerterinnen und Bewerter hinterlassen auch spezifische Wünsche oder Anpassungen für die Bahnhöfe im Aargau. So schreibt eine 4-Sterne-Bewertung zum Bahnhof Baden: «Kein Aschenbecher bei Gleis 4 und 5 in den Sektoren B bis und mit D.» Ob inzwischen ein Aschenbecher installiert wurde, ist nicht bekannt. In Aarau wünscht man sich einen Dönerladen: «Wollte mir einen Döner beim Bahnhof holen, aber leider hats keinen. Echt schwach Aarau. Gehört doch zum Mobiliar so eine Dönerbude. Ehrenlos.» Zwar bekommt man in Aarau keinen Döner, dafür ist folgendes möglich: «In der Migros im Bahnhofsgebäude kann man gut klauen.» Zu empfehlen ist dies aber nicht.

Über den Bahnhof Kaiseraugst beziehungsweise den Bahnhof Killwangen-Spreitenbach findet man noch zwei Hinweise: «Die meisten Züge fahren bei vollem Tempo durch den Bahnhof. Haltet Kinder fest und bleibt hinter den Markierungen» und «sehr laut und windig. In Stosszeiten fährt jede Minute ein Zug durch.»

Ausserdem solle man sich in Acht nehmen, um nicht mit Dingen beworfen oder bespuckt zu werden. «Ich wurde am Bahnhof Aarau von etwa 10-Jährigen mit Salami und Zwiebeln beworfen» oder «ich wurde mit Chiasamen angespuckt am Bahnhof Lenzburg.»

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veröffentlicht: 22. Januar 2024 05:49
aktualisiert: 22. Januar 2024 05:49
Quelle: ArgoviaToday

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