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«Transparenz ist das A und O»: Neuer KSA-Verwaltungsratspräsident ist zuversichtlich

Aarau

«Transparenz ist das A und O»: Neuer KSA-Verwaltungsratspräsident ist zuversichtlich

16.06.2023, 13:32 Uhr
· Online seit 16.06.2023, 09:52 Uhr
Daniel Lüscher, derzeit Direktor der Hirslanden Bern AG, soll das finanziell angeschlagene Kantonsspital Aarau wieder auf Kurs bringen. Weil die Aufgaben gross sind, erhöhte der Regierungsrat bis Ende 2026 die Vergütung für den Präsidenten.
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Der in Muhen wohnhafte Daniel Lüscher ist laut Regierungsrat ein ausgewiesener Spitalexperte, der über die berufliche Erfahrung verfügt, um die strategische Führungsverantwortung für das KSA zu übernehmen. Er ist als Direktor der Hirslanden Bern AG derzeit mit der Führung von Akutspitälern vertraut. Zuvor war Lüscher unter anderem CEO des Kantonsspitals Obwalden und der Spitäler Schaffhausen.

Erster Schritt zur Bilanzsanierung

Der Grosse Rat bewilligte im Mai eine Finanzspritze von 240 Millionen Franken für das KSA. Die Millionen sollen die Überschuldung des grössten Spitals im Aargau und damit dessen Konkurs verhindern. Das KSA errichtet derzeit einen Neubau für 750 Millionen Franken.

Die mit der Finanzhilfe angestrebte Bilanzsanierung ist laut Regierungsrat ein erster Schritt auf dem Weg zur finanziellen Gesundung des KSA. In Ergänzung dazu seien weitergehende Massnahmen zur wiederkehrenden Ergebnisverbesserung nötig. Bei einem Umsatz von 810 Millionen Franken schloss die Jahresrechnung 2022 der KSA-Gruppe mit einem Verlust von 3,5 Millionen Franken ab. Ob die 240 Millionen Franken reichen, wisse er noch nicht, meint Lüscher.

«Der erste Schritt hat der Grosse Rat bereits gemacht mit der Vorlage der Bilanzsanierung. Das wird aber nicht genügen. Der Verwaltungsrat wird eine Strategie festlegen und Massnahmen definieren für die Zukunft, um das Spital aus dieser Schräglage herauszuführen», erklärt der 53-Jährige. Zu konkreten Plänen schweigt Lüscher – aber: «Ich habe dem Landammann schon gewisse Ideen präsentiert.»

Dieser erwartet von dem neuen Verwaltungsrat, dass diese das KSA finanziell und ökologisch sanieren. «Es gibt wie bei den anderen Kantonsspitälern eine Eigentümerstrategie, die kaufmännische Vorgaben macht. Diese Strategie wird in Kürze vom Regierungsrat überarbeitet und neu beschlossen», sagt Jean-Pierre Gallati, Aargauer Gesundheitsdirektor, gegenüber Tele M1. «Teilprivatisierung ist aber kein Thema bei der Eigentümerstrategie», so Gallati weiter, «sondern im Rahmen der Gesundheitspolitischen Gesamtplanung, die in einem neuen Entwurf im Spätsommer oder im Herbst dem Grossen Rat unterbreitet werden soll.»

Mehr Arbeit, mehr Geld

Der Regierungsrat habe vor dem Hintergrund dieser grossen anstehenden Aufgaben und der damit verbundenen zeitlichen Beanspruchung einer befristeten Erhöhung der Vergütung des KSA zugestimmt.

Dieser werde in den ersten Jahren nach Amtsantritt einen Arbeitsaufwand zu bewältigen haben, der deutlich über das bisher übliche Pensum hinausgehe. Zur Kompensation dieser Mehrbelastung werde die jährliche Vergütung bis Ende 2026 erhöht. Zum Betrag machte die Staatskanzlei keine weiteren Angaben.

«Ich bin dankbar für das Vertrauen und freue mich auf die Aufgabe, die mich erwartet», sagt Lüscher gegenüber Tele M1 und zeigt sich zuversichtlich. «Das A und O ist die Transparenz. Ich habe immer sehr gute Erfahrungen damit gemacht, wenn man das sagt, was Sache ist. Das ist auch das, was man von mir erwarten darf. Das ist der Grundstein für die Zukunft und so kommt es dann auch gut.» Er wird sein Amt als Verwaltungsratspräsident des KSA per 1. Juli antreten.

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(sda/rag)

veröffentlicht: 16. Juni 2023 09:52
aktualisiert: 16. Juni 2023 13:32
Quelle: ArgoviaToday

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