Neuer Trend

Vegane Ernährung für den Hund: «Kann schlimm enden»

Michelle Brunner, 7. Februar 2022, 09:01 Uhr
Eine vegane Ernährung oder doch lieber nur Barf für den Hund? Diese Ernährungstrends bei Tieren werden immer häufiger. Doch Vorsicht: Bei falscher Ernährung kann das nicht nur für den Hund, sondern auch für die Besitzerinnen und Besitzer schlimm enden.
Den geliebten Vierbeiner vegan ernähren? Keine gute Idee.
© Getty

Die vegane Ernährung gehört beim Menschen schon zu einem verbreiteten Lifestyle. So soll nicht nur dem Klima, sondern auch der eigenen Gesundheit geholfen werden. Der Trend, seinen Hund gleich mit vegan zu ernähren, schleicht sich immer mehr in die heutige Gesellschaft ein. Was gut für den Mensch ist, das kann auch nur gut für den geliebten Vierbeiner sein, so die Meinung.

Von Blogeinträgen bis hin zu YouTube-Tutorials, wie man seinen Hund richtig vegan ernährt, im Netz findet man mittlerweile alles. Doch wie gut ist das tatsächlich für den geliebten Vierbeiner?

«Der Hund braucht eine ausgewogene Ernährung»

Eine ausgewogene Ernährung ist laut Michelle Setz, tiermedizinische Praxisassistentin bei Vet Trust Aarau, ein Muss. Falls Hundebesitzerinnen und -besitzer auf eine spezielle Ernährung für ihren Hund beharren, raten sie ihnen, eine Futterberatungsstelle aufzusuchen: «Wie der Mensch braucht auch der Hund eine individuelle Ernährung. Es kann möglich sein, dass das Tier für eine vegane Ernährung gemacht ist, dies sollte man jedoch erst abklären lassen.» Einfach rasch im Internet recherchieren, was ein Vierbeiner bei einer veganen Ernährung benötigt, sei eine schlechte Idee. Das bestätigt Martina Heiliger vom Aargauischen Tierschutzverein: «Der Hund ist von Natur aus ein Fleischfresser. Ohne Zusatznahrung kann er deshalb nicht vegetarisch oder vegan ernährt werden.»

Falls er keine solche erhält, kann es laut Setz zu einer Mangelernährung kommen: «Diese zeigt sich unter anderem durch Durchfall oder Müdigkeit.» Dasselbe gelte auch bei anderen Ernährungsarten, wie beispielsweise beim Barfen. Dabei bekommt der Hund ausschliesslich rohe Nahrungsmittel.

Mangelernährung ist tierschutzrelevant

Dem Hund nur pflanzliche Produkte in den Napf zu geben, kann laut Barbara Thür, Aargauer Kantonstierärztin, nicht nur schlimm für das Tier enden, sondern auch für die Besitzer Folgen haben: «Wenn ein Hund dadurch eine Mangelernährung erleiden würde, wäre dies tierschutzrelevant und wir würden solche Fälle von Amtes wegen verfolgen», so Thür. Weiter erzählt die Kantonstierärztin: «Erwähnt ein Halter die vegane Ernährung des Hundes, würden wir denjenigen auf die Pflicht hinweisen, den Hund artgerecht zu ernähren.» Bisher konnte der Kanton jedoch noch keinen konkreten Tierschutzfall auf eine vegane Ernährung zurückführen.

Ähnlich sieht es laut Thür bei Barf aus: «Wir erachten das Barfen als kritisch, da durch das rohe Fleisch schädliche Keime und Krankheitserreger übertragen werden können.» Wird die Hygiene nicht strikt eingehalten, kann auch der Tierhalter durch solches Futter beeinträchtigt werden.

Quelle: ArgoviaToday
veröffentlicht: 7. Februar 2022 06:22
aktualisiert: 7. Februar 2022 09:01
Anzeige