Superpuma

Armee übt mit Helikoptern für Notfall beim Kernkraftwerk Leibstadt

Vroni Fehlmann, 11. April 2022, 07:00 Uhr
Zwischen Reitnau und dem Kernkraftwerk Leibstadt findet am Montag eine Übung mit Helikopterflügen statt. Die Einsatzkräfte des Bundes und des KKW trainieren den Lufttransport von Notfallmaterial. Das macht der Bund, weil er aus Fukushima gelernt hat.
Die letzte Grossübung beim KKW Leibstadt fand 2013 statt.
© Keystone

Wer am Montag zwischen Reitnau und dem Kernkraftwerk Leibstadt Superpumas der Luftwaffe fliegen sieht, muss sich nicht sorgen. Es handelt sich um eine Übung, wie das Bundesamt für Bevölkerungsschutz (Babs) am Freitag mitteilte. Die Einsatzkräfte des Bundes und des Kernkraftwerks trainieren den Lufttransport von Notfallmaterial. Dabei werden verschiedene Lasten vom Lager in Reitnau mit Armee-Lastwagen und Helikoptern zum Kernkraftwerk transportiert.

Bei den Lasten handelt es sich beispielsweise um Pumpen, Notstromaggregate, Treibstoff. Diese sollen in einem Notfall das vorhandene Material auf dem KKW-Gelände ergänzen, wie es in der Mitteilung heisst. «Bei einem Kernkraftwerk ist es wichtig, dass immer alle Systeme funktionieren», führt Babs-Sprecher Christian Fuchs im Interview mit Radio Argovia aus. Etwa, um das KKW ausreichend zu kühlen und mit Strom zu versorgen.

Nach Fukushima ging man über die Bücher

Man habe aus der Katastrophe von Fukushima gelernt: «Wir haben bemerkt, dass die Notfallsysteme, die auf dem Gelände gelagert werden, unter Umständen nicht ausreichen könnten», erklärt Fuchs. Deshalb gebe es ein zusätzliches Lager mit Material, das herangeschafft werden könnte.

Das Notfallschutzmaterial werde von den Kernkraftwerksbetreibern gemeinsam in Reitnau gelagert. Bei regelmässigen Übungen wird es zu den jeweiligen KKWs gebracht, per Luft und Strasse. Die letzte Übung in Leibstadt fand 2013 statt. Im Herbst soll dann noch eine Gesamtnotfallübung beim Kernkraftwerk stattfinden, wie Fuchs erklärt. Diese wird dann alle zwei Jahre an einem anderen Standort durchgeführt.

Das Wetter entscheidet

Sollte das Wetter mitspielen, wird nun am Montag mit den Helikoptern geübt. Entscheidend ist die Sicherheit. Sollten die Sicht- und Wetterverhältnisse stimmen, wird die Übung auch über Alertswiss kommuniziert. Zwischen 12 und 13.30 Uhr sollen jedoch keine Flüge stattfinden.

Quelle: ArgoviaToday
veröffentlicht: 11. April 2022 07:00
aktualisiert: 11. April 2022 07:00
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