Schweiz

Der Tod wird digital: Ein Jungunternhemer aus Oberbipp teilt Erinnerungen an Verstorbene

Start-up aus Oberbipp

Der Tod wird digital: Ein Jungunternehmer teilt die Erinnerungen an Verstorbene mit der Welt

· Online seit 11.04.2024, 18:05 Uhr
Der 20-jährige Tim Känzig hat eine besondere Idee. Er möchte das Gedenken an Verstorbene verändern. Mit seiner Firma Dream Hearts produziert er personalisierte Medaillen mit QR-Codes, welche stellvertretend für die Verstorbenen ihre Geschichten aus dem Leben erzählen.
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Geht es nach dem 20-jährigen Tim Känzig aus dem bernischen Oberbipp, erzählen viele Grabsteine bald mehr als bloss den Namen, Vornamen, das Geburts- und Sterbedatum. Mit seiner eigenen Firma «Dream Hearts» produziert und verkauft er sogenannte personalisierte Medaillen mit QR-Codes. Diese sind jeweils mit einem Profil verlinkt, welches man für jemand Verstorbenes frei mit Texten, Bildern und Videos gestalten kann. Die Medaille wird dann auf einen Grabstein geklebt, sodass alle, welche daran vorbeigehen, sie scannen und die Erinnerungen der Verstorbenen ansehen können.

Känzig hatte gesehen, dass es in den USA bereits ähnliche Ideen gibt. «Ich habe mich dann gefragt, warum es so etwas noch nicht in Europa gibt», erklärt der 20-Jährige im Gespräch mit ArgoviaToday. Prompt gründete er daraufhin im Jahr 2022 seine Firma Dream Hearts. Noch hat er ziemlich wenig Konkurrenz in seinem Geschäftsfeld. Ihm zufolge könnte sich dies aber auch ändern. «Ich denke, dass dieses Geschäft zukunftsfähig ist, da alles digitalisiert wird und es in Zukunft einen grösseren Markt mit mehr Konkurrenz geben wird», so Känzig. Seine Firma führt der gelernte Polymechaniker bloss nebenberuflich, wie er weiter erzählt.

Känzig hat Kundinnen und Kunden aus verschiedenen Altersgruppen. Die meisten seien aber im mittleren Alter. Für Känzig keine Überraschung: «Ich denke, die jüngeren Leute machen sich noch nicht gross Gedanken über den Tod und den Friedhof», bilanziert er. Die Medaillen verkauft er über einen Online-Shop. Im Aargau wurden bereits einige Stücke bestellt, der grösste Teil der Kundschaft komme aber aus Deutschland.

Mit einem positiven Gefühl auf den Friedhof

Mit Dream Hearts will der 20-Jährige nicht nur eine Plattform bieten, um die wichtigsten Erinnerungen einer Person mit der Nachwelt zu teilen, sondern ebenfalls den Gang auf den Friedhof, welcher manchmal mit grosser Trauer behaftet sein kann, ein bisschen erleichtern. «Das Ziel hinter den Medaillen ist unter anderem, dass man mit einem Lächeln im Gesicht über den Friedhof gehen kann, wenn man sieht, was die verstorbene Person alles erlebt hat.»

Hier siehst du den Tele-Bärn-Beitrag zu Dream Hearts vom 6. April 2024:

veröffentlicht: 11. April 2024 18:05
aktualisiert: 11. April 2024 18:05
Quelle: ArgoviaToday

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