Schweiz

Eva Herzog oder Elisabeth Baume-Schneider sollen Bundesrätin werden – Allemann gratuliert

SP-Fraktion hat entschieden

Eva Herzog oder Elisabeth Baume-Schneider sollen Bundesrätin werden – Allemann gratuliert

26.11.2022, 17:01 Uhr
· Online seit 26.11.2022, 13:25 Uhr
Die beiden offiziellen SP-Bundesratskandidatinnen heissen Eva Herzog und Elisabeth Baume-Schneider. Die Fraktion hat sich am Samstag für ein Zweierticket mit den Ständerätinnen aus Basel-Stadt und Jura entschieden.

Quelle: CH Media Video Unit / Melissa Schumacher

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Der SP-Parteirat hatte der Fraktion am Freitagabend freie Hand gelassen und alle drei Kandidatinnen zur Wahl empfohlen. Die Bundeshausfraktion entschied sich nun, der Vereinigten Bundesversammlung am 7. Dezember Herzog und Baume-Schneider als Nachfolgerinnen für Bundesrätin Sommaruga vorzuschlagen. Die beiden Kandidatinnen erhielten im dritten Wahlgang beide das absolute Mehr.

Berner Regierungsrätin Evi Allemann hatte als Jüngste beim Wahlkrimi das Nachsehen. Die bald 61-jährige Herzog und die 59-jährige Baume-Schneider würdigten den fairen internen Wahlkampf. Beide dankten vor den Medien in Bern ihrer Mitkandidatin, der 44-jährigen Berner Regierungsrätin Allemann. Letztere gratulierte den beiden Nominierten via Twitter. Die SP könne stolz sein auf ihr kompetentes und starkes 2er-Ticket.

Die baselstädtische Ständerätin Herzog zeigte sich stolz auf ihre Nominierung. Dank ihrer beiden Mitkonkurrentinnen seien die Hearings in einer «tollen Atmosphäre» verlaufen. Sie sehe nun dem weiteren mit Spannung entgegen.

Ihre jurassische Ratskollegin Baume-Schneider würdigte die ausgeschiedene Allemann als engagierte junge Frau. Ihre eigene Karriere gehe nun in eine neue Etappe. Sie halte die Farben der SP als einer humanitären Partei für die Diversität der Schweiz hoch und freue sich von Herzen über ihre Kandidatur. SP-Co-Präsidentin Mattea Meyer erklärte, mit dem SP-Ticket seien nun sicher drei Frauen im Bundesrat vertreten.

Eva Herzog aus Basel

Die bald 61-jährige Herzog wurde 2001 in den Basler Grossen Rat gewählt, 2004 präsidierte sie die dortige SP-Fraktion, bis sie noch im selben Jahr den Sprung in den Basler Regierungsrat schaffte. Dort übernahm sie das gewichtige Finanzdepartement. 2008, 2012 und 2016 belegte sie mit jeweils wachsendem Vorsprung immer den Spitzenplatz bei den Regierungsratswahlen.

Die Erfolgsspur führte sie 2019 in den Ständerat. Herzog erhielt bei der Wahl in die kleine Kammer als Nachfolgerin von Anita Fetz (SP) über dreimal mehr Stimmen als ihre bürgerliche Gegenkandidatin und heutige Nationalrätin Patricia von Falkenstein (LDP).

Eine Dämpfer in der steilen Karriere ergab sich vor zwölf Jahren. Herzog landete im Rennen um die Nachfolge von SP-Bundesrat Moritz Leuenberger abgeschlagen auf den letzten Plätzen. Gewählt wurde Simonetta Sommaruga, um deren Nachfolge sie sich nun bewirbt.

Baume-Schneider aus dem Kanton Jura

Auch Baume-Schneider verfügt über eine solide politische Erfahrung. So sass sie von 1995 bis 2002 im jurassischen Kantonsparlament, anschliessend leitete sie während drei Amtszeiten bis 2015 als Regierungsrätin das Departement für Bildung, Kultur und Sport.

2019 wurde Baume-Schneider in den Ständerat gewählt. Dort präsidiert sie die Kommission für Umwelt, Raumplanung und Energie. Sie ist zweisprachig und sieht sich als Brückenbauerin zwischen den Landessprachen. Sie ist zudem Vizepräsidentin der SP Schweiz.

Gleichgewicht zwischen den Regionen

«Die Schweiz würde mit drei Westschweizer Bundesrätinnen und Bundesrätinnen nicht untergehen»: Das sagte Nordmann zur Nomination der französischsprachigen Kandidatin Baume-Schneider als Nachfolgerin von Bundesrätin Simonetta Sommaruga.

Die Verfassungsbestimmungen dazu seien klar, sagte Nordmann. Es gehe nicht um ein mathematisches Vertretungsverhältnis sondern um ein allgemeines Gleichgewicht zwischen den Regionen über eine gewisse Zeit. Ausserdem habe der Kanton Jura noch nie eine Bundesrätin gestellt.

Im Bundeshaus werde alles auf Deutsch gemacht und diskutiert. Wenn nun während einer gewissen Zeit drei Personen im Bundesrat französisch sprechen würden, wäre das kein grosses Problem für die Schweiz, sagte Nordmann. Er erwarte nun von den anderen Fraktionen, dass sie die Kandidatinnen anhörten.

(sda)

veröffentlicht: 26. November 2022 13:25
aktualisiert: 26. November 2022 17:01
Quelle: ZüriToday

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