Ökobilanz

Fischstäbchen aus Pflanzen schneiden besser ab

22. November 2022, 10:37 Uhr
Die Zahl der überfischten Meeresbestände hat sich in den letzten 50 Jahren verdreifacht. Wer sich gegen die Fischstäbchen aus Lachs oder Kabeljau entscheidet und dafür zur pflanzlichen Alternative greift, tut der Umwelt einen Dienst.
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Fisch und Meeresfrüchte werden oft als klimafreundlichere und gesündere Alternative zu Fleisch angepriesen. Was dabei ausser Acht gelassen wird, sind die Auswirkungen auf die Umwelt. In den letzten 50 Jahren habe sich die Zahl der überfischten Bestände weltweit von 10 auf 34 Prozent verdreifacht, wie der WWF in einer Mitteilung schreibt. Die Überfischung ist der Hauptgrund für die schwindende Biodiversität in den Weltmeeren.

Geringere Emissionen

Pflanzliche Fischstäbchen sind daher aus Soja oder Weizen hergestellt. «Der Sojaanbau zerstört die Umwelt» hören viele Vegetarier und Veganerinnen immer wieder als Argument gegen ihren Ernährungsstil.

Tatsächlich verbraucht auch der Anbau von Pflanzen Wasser, Düngemittel, Agrarfläche und verursacht CO2-Emissionen. Dennoch ist der Öko-Fussabdruck von pflanzlichen Alternativen zu Fischstäbchen deutlich geringer als derjenige des Originalprodukts, wie eine neue Studie zeigt.

Der WWF hat für die Studie Alternativen aus Weizen und Soja mit herkömmlichen Fischstäbchen aus Kabeljau und Alaska-Seelachs verglichen. Dabei berücksichtigte die Organisation bei der Lebenszyklusanalyse alle Prozesse von der Gewinnung der Rohstoffe bis zum Handel, wie es in der Mitteilung vom Dienstag heisst.

Soja-Alternative gewinnt im Umwelt-Ranking

Die Umweltbelastung von Fischstäbchen tierischer Herkunft pro 100 Gramm Gewicht übersteige dabei diejenige der pflanzlichen Variante um den Faktor 3,6, heisst es. Die grössten Umweltauswirkungen entsteht der Mitteilung zufolge bei der Produktion von Fischstäbchen durch die Fischereiaktivitäten und die mit Diesel angetriebenen Schiffe.

Nährwerte sind ausgeglichen

Unter Berücksichtigung aller Umweltfaktoren wie Wasserressourcen, Energieressourcen, Landnutzung, globaler Erwärmung, Luftemissionen, Wasserschadstoffe, Emissionen im Boden und biotischen Ressourcen hätten die pflanzlichen Produkte im Schnitt besser abgeschnitten als die Original-Fischstäbchen, halten die Autorinnen und Autoren fest.

Berücksichtigt wurde den Angaben nach auch der Nährwert. Denn oft würde versucht, pflanzliche Alternativen mit angeblich schlechteren Nährwerten abzuwerten. Doch tatsächlich seien die Nährwerte von Fischstäbchen und deren pflanzlichen Alternativen gemäss dem Rich Food Index 9,3 praktisch gleich.

(roa)

Quelle: Today-Zentralredaktion
veröffentlicht: 22. November 2022 10:37
aktualisiert: 22. November 2022 10:37