380'000 Pistenfahrten analysiert

Skifahrer sind die grösseren Rowdys – das zeigt neue Analyse

· Online seit 03.02.2024, 08:47 Uhr
Was so mancher Snowboarder wohl sowieso bereits im Gefühl hatte, zeigt nun eine Auswertung der Suva: Skifahrer fahren schneller und risikoreicher. Für diese Erkenntnis wurden mit der App «Slope Track» rund 380'000 Pistenfahrten ausgewertet.
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Während knapp vier Jahren sammelte die Suva mittels der App «Slope Track» Daten zum Fahrverhalten von Wintersportlerinnen und -sportlern. Die App wird der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (Suva) zufolge mehrheitlich von Männern über 45 Jahren aus der Deutschschweiz benutzt, die eher Ski als Snowboard fahren und sich selbst als gute oder hervorragende Fahrer bezeichnen.

Boarderinnen und Boarder fahren vorsichtiger

Bei der Auswertung der gesammelten Daten zeigte sich nun: Snowboarderinnen und Snowboarder waren im Vergleich zu Skifahrerinnen und Skifahrern vorsichtiger unterwegs. Konkret fuhren sie langsamer – bei vier von zehn aufgezeichneten Snowboard-Abfahrten blieb die Geschwindigkeit unterhalb von 50 Stundenkilometern, nur bei jeder zehnten Abfahrt wurden Höchstgeschwindigkeiten von über 70 Kilometer pro Stunde gemessen.

Bei Skifahrerinnen und Skifahrern hingegen machten die Abfahrten unter 50 km/h nur gerade einen Viertel aus, während bei zwei von zehn Abfahrten 70 Kilometern pro Stunde überschritten wurden. Die Tabelle zeigt den Anteil der gemessenen Höchstgeschwindigkeiten aller 380'000 aufgezeichneten Abfahrten.

unter 50 km/h über 70 km/h
Skifahrer/-innen 24 Prozent 18 Prozent
Snowboarder/-innen 40 Prozent  10 Prozent

Schnell unterwegs – ein Risiko für andere

Auch wenn schnelles Fahren den Fahrspass maximieren kann, bergen hohe Geschwindigkeiten auf der Piste auch grosse Risiken. Samuli Aegerter, Verantwortlicher für die Präventionskampagne Schneesport bei der Suva, erklärt: «In erster Linie sollen die Leute Freude haben auf den Skipisten. Sie müssen sich jedoch bewusst sein, dass hohe Geschwindigkeiten längere Bremswege, ein erhöhtes Risiko und somit eine grössere Verletzungsgefahr nach sich ziehen.»

Mit hohen Geschwindigkeiten gefährdet man nicht nur sich selber, sondern auch andere, die auf der Piste unterwegs sind. Die Suva will ihre Prävention mithilfe der neuen Erkenntnisse noch weiter ausbauen. «Dank dieser Daten kann die Suva ihr Präventionsangebot im Bereich Wintersport gezielt anpassen, damit die Wintersportlerinnen und Wintersportler möglichst verletzungsfrei ihrem Lieblingssport auf Skis und Snowboards nachgehen können», erklärt Aegerter.

Sicherheit auf der Piste

Wer sich auf der Piste vergnügt, trägt eine Verantwortung. Sowohl für seine eigene Sicherheit als auch für die der anderen Wintersportlerinnen und Wintersportler – auf die hat man nämlich mit seinem Fahrverhalten einen Einfluss.

Nicht nur die Geschwindigkeit ist ein grosser Faktor bezüglich Sicherheit auf der Piste. Auch eine richtige und ausreichende Ausrüstung trägt einen grossen Teil dazu bei. So sollte beispielsweise immer ein Helm und bestenfalls auch ein Rückenpanzer getragen werden. Auch empfiehlt es sich, sein Board oder seine Ski regelmässig in den Service zu geben, um Kanten zu schleifen und den Wachsbelag zu erneuern. Dies ist auch versicherungstechnisch schlau.

Bevor du deinen nächsten Tag auf der Piste planst, lohnt es sich, kurz zu checken, ob du noch «up to date» bist. Weisst du, wie du bei einem Unfall die Piste sichern musst? Sind deine Ski noch fit? Kennst du die Nummer der Rega? Erlaubt es dir die Lawinensituation überhaupt abseits der Piste unterwegs zu sein? Wenn du wissen willst, worauf du sonst noch so achten solltest, gibt dir unser Pisten-Knigge noch mehr Auskunft.

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veröffentlicht: 3. Februar 2024 08:47
aktualisiert: 3. Februar 2024 08:47
Quelle: ArgoviaToday

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