Reisewelten

Diese bekannten Sehenswürdigkeiten sind verschwunden

10.11.2023, 16:57 Uhr
· Online seit 03.09.2023, 10:45 Uhr
Ob durch Naturkatastrophen zerstört, beschädigt oder durch Menschenhand im wahrsten Sinne des Wortes ruiniert: manche Sehenswürdigkeiten gibt es heute nicht mehr.

Es kommt immer wieder vor, dass beliebte Attraktionen zerstört werden, sei es von Menschenhand oder durch Naturgewalten. Nicht immer werden sie wieder aufgebaut, weil das in manchen Fällen gar nicht möglich ist.

Liebesschlösser-Brücke, Paris

Der Pont des Arts in Paris war wohl eine der romantischsten Brücken der Welt. Tausende Paare hatten hier mit den Jahren als Zeichen ihrer Liebe ein Schloss mit ihrem Namen an den Geländern angebracht. Doch irgendwann wurde die Brücke einfach zu schwer – sage und schreibe 45 Tonnen wogen die Schlösser am Ende. Eines der Gitter am Geländer gab unter dem Gewicht des Behangs sogar nach und knallte auf die Brücke, wobei zum Glück niemand verletzt wurde.

Der Stadtverwaltung der französischen Hauptstadt erschien die Gefahr schliesslich zu gross, dass sich mit der tonnenschweren Last weitere Sicherheitsrisiken ergeben könnten, falls die Struktur der Brücke dauerhaft in Mitleidenschaft gezogen würde oder Geländerteile abreissen und auf Schiffe fallen könnten. Daher wurden kurzerhand alle Liebesschlösser entfernt und das Geländer so umgestaltet, dass kein Anbringen von Schlössern mehr möglich ist.

Dennoch gibt es auch heute noch Paare, die einen Weg finden, um sich auf der Brücke zu verewigen – etwa an einem der Brückenpfeiler, an denen inzwischen wieder eine beachtliche Menge an Schlössern hängt.

Azure Window, Gozo, Malta

Es zählte zu den meistfotografierten Orten Maltas, schmückte unzählige Postkarten und Instagram-Accounts: das berühmte Azure Window auf der kleinen Nachbarinsel Gozo. Doch die Sehenswürdigkeit ist in dieser Form heute verschwunden. Im März 2017 brach das Felsentor Azure Window aufgrund heftiger Stürme ein. Bereits ein Jahr zuvor war bei stürmischer See ein Stück des «Blauen Fensters» abgebrochen, niemand durfte es seitdem mehr betreten.

Crystal Palace, London

Eine weitere Sehenswürdigkeit, die heute verschwunden ist, ist der Kristallpalast in London. Er war für die erste Weltausstellung im Jahr 1851 im Londoner Hyde Park errichtet worden. Entworfen hat ihn Sir Joseph Paxton, der nicht nur als innovativer Architekt galt, sondern auch Botaniker, Autor und Politiker war. Der im viktorianischen Baustil geplante Bau bestand aus Glas und Gusseisen und wurde innerhalb von nur 17 Wochen erbaut.

Nach dem Ende der Weltausstellung wurde der in Modulbauweise errichtete Kristallpalast wieder demontiert, anschliessend im Bezirk Sydenham im Londoner Südosten bis 1854 wieder aufgebaut und dabei noch erweitert. Dort stand das gläserne Gebäude dann mehr als 80 Jahre. 1936 fiel es allerdings einem Brand zum Opfer und wurde vollkommen zerstört. Den Crystal Palace Park hingegen gibt es auch heute noch.

Pink and White Terraces, Neuseeland

Die Pink and White Terraces, die von einer dicken Schicht des Minerals Geyserit umschlossen waren und in den schönsten Farben leuchteten, galten einst als beeindruckendes Naturwunder und zogen viele Touristen zum Baden an.

Heute ist von den Wasserbecken jedoch nichts mehr übrig. Die einstige Sehenswürdigkeit ist verschwunden. Denn im Juni 1886 brach der fünf Kilometer entfernte Vulkan Mount Tarawera aus. Die Kalksinterterrassen wurden dabei verschüttet und in dem gewaltigen Krater, der sich über ihnen öffnete, bildete sich schliesslich ein neuer See – der heutige Lake Rotomahana.

Historische Burg von Gaziantep, Türkei

Die verheerenden Erdbeben, die am 6. Februar 2023 den Südosten der Türkei erschütterten, haben die historische Burg Gaziantep schwer beschädigt. Teile der Festungsmauern stürzten ein. Die Zitadelle galt als eines der schönsten Beispiele für erhaltene Burgen in der Türkei.

Die Burg wurde auf einem Hügel gegründet, dessen Geschichte vor 6000 Jahren in die Kupfersteinzeit zurückreicht. Der Gebäudekomplex auf dem Hügel, welcher zunächst als Beobachtungspunkt diente, wurde im zweiten und dritten Jahrhundert nach Christus zu einer Burg ausgebaut. Bis zum Erbeben war die prächtige Zitadelle, die zum Unesco-Weltkulturerbe gehört, ein echtes touristisches Highlight.

veröffentlicht: 3. September 2023 10:45
aktualisiert: 10. November 2023 16:57
Quelle: ArgoviaToday

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