Playoff-Final

Hoch gepokert – und verloren

19. April 2022, 05:44 Uhr
Zug-Trainer Dan Tangnes pokert eineinhalb Minuten vor Schluss des Auftakts im Playoff-Final gegen die ZSC Lions hoch – und verliert.
Das Ende ist brutal für die Zuger, die erstmals nach zwölf Siegen wieder einmal eine Playoff-Partie verlieren
© KEYSTONE/URS FLUEELER

58:31 zeigt die Matchuhr in der ausverkauften Arena des EVZ an, als der lange Zeit sicher geglaubte Sieg der Zuger entschwindet. Chris Baltisberger lenkt einen Schuss von Christian Marti zum 2:2 ab - da, wo ein Stürmer stehen muss. Da aber auch, wo es ein Goalie nicht gerne hat. EVZ-Coach Tangnes und sein Team auf der Tribüne glauben, eine Behinderung von Torhüter Leonardo Genoni gesehen zu haben.

Vielleicht ist auch nur die Hoffnung Mutter der Gedanken. Jedenfalls legt Tangnes mit einer Coach‹s Challenge sein Veto ein. Die Schiedsrichter brauchen nicht lange, um zum Schluss zu kommen, dass das Tor zählt. Tangnes› Poker geht also nicht auf, und er verliert gleich doppelt. Wegen der Challenge spielt Zug die letzten 89 Sekunden der regulären Spielzeit in Unterzahl. 2,2 Sekunden vor Schluss nützt Justin Azevedo das Powerplay zum spielentscheidenden 3:2.

Das Ende ist brutal für die Zuger, die erstmals nach zwölf Siegen wieder einmal eine Playoff-Partie verlieren. Dennoch würde Dan Tangnes wieder gleich entscheiden. «Wir hatten auch schon Erfolg mit den Challenges», erklärte der Norweger nach dem Spiel. Bitter: Das Tor hätte wohl tatsächlich nicht zählen dürfen. Zugs Stürmer Grégory Hofmann war sich wie andere auch sicher, dass der Puck vor dem Treffer das Netz hinter dem Tor berührt hatte und das Spiel deshalb hätte unterbrochen werden müssen. Dies kann jedoch nicht mit einer Challenge angefochten werden.

Es lief also für einmal nicht für den erfolgsverwöhnten Schweizer Meister. In den letzten 13 Minuten gab man die hart erarbeitete 2:0-Führung noch aus der Hand und gestand dem ZSC ein Break zu. Klagen mochte Tangnes trotzdem nicht. «In diesen Playoffs lief der Puck oft für uns, jetzt eben mal nicht.» Verloren sei nach einem Spiel selbstverständlich noch nichts. «Wir rechneten gegen Lugano mit sieben Spielen, gegen Davos auch, wir rechneten natürlich auch im Final nicht damit, dass wir einfach durchmarschieren.» Am Mittwoch im Hallenstadion werde man wieder bereit sein. 

Quelle: sda
veröffentlicht: 19. April 2022 05:44
aktualisiert: 19. April 2022 05:44
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