Swiss Olympic

Energiespar-Empfehlung: Aargauer Verbände reagieren mit gemischten Gefühlen

Adrian Frey, 24. Oktober 2022, 18:26 Uhr
Jetzt sind auch die Vereine gefordert und müssen helfen, Strom zu sparen. Das zumindest steht in einer Empfehlung von Swiss Olympic. Doch nicht alle Empfehlungen seien umsetzbar, zeigt eine Umfrage bei Aargauer Sportvereinen und -verbänden.
Kreativität ist gefragt. Sportvereine sollen mithelfen beim Energiesparen. (Archivbild)
© Keystone/Alexandra Wey
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Im Hinblick auf eine mögliche Energieknappheit im Winter ruft Swiss Olympic alle Sportorganisationen auf, Energie zu sparen. Aus diesem Grund haben sie auch Massnahmen erarbeitet und diese anhand eines Flyers den Mitgliedsverbänden zugesendet. Die sollen es wiederum den Vereinen weiterleiten.

In den Empfehlungen steht unter anderem: «Den Vereinen wird beispielsweise empfohlen, die Trainingszeiten und die Auslastung der Sportanlagen zu optimieren, für den Weg zu Wettkämpfen Fahrgemeinschaften zu bilden und die Betreibenden ihrer Sportanlage auf Energiespar-Möglichkeiten hinzuweisen.»

Dieser Energiesparplan wurde am 20. Oktober 2022 versendet.
© zVg

Ideen «zu wenig praxisorientiert»

Energiesparen sei wichtig, aber diese Empfehlungen seien für viele Fussballvereine gar nicht umsetzbar, so Hannes Hurter, Geschäftsführer des Aargauer Fussballverbands AFV. «Es ist schwierig, diese Energieempfehlung von Swiss Olympic einzuhalten. Wir verbieten unseren Vereinen nicht, die normalen Trainingszeiten zu nutzen. Es muss in der Praxis auch noch umsetzbar sein.» Solange draussen trainiert und gespielt wird, ist das Sparpotential beispielsweise bei der Beleuchtung nicht sehr gross. Trainings einfach früher anzusetzen, ist nicht so einfach möglich. und auch im Hallentraining kann man aus Kapazitätsgründen nicht Teams zusammenlegen.

Deutlicher wird Marco Porta, Vize-Präsident HSC Suhr-Aarau. Auch ihm ist zwar bewusst, dass das Energiesparen wichtig ist. Aber mit den Empfehlungen von Swiss Olympic kann er wenig anfangen. Denn die Handballer brauchen die Trainingshalle täglich für Klein bis Gross. «Wenn es andere Ideen gibt, die machbarer sind, können wir es anschauen. Aber in diesem Bereich gibt es keine Chance für uns.»

Wenig Spielraum, da die Hallen den Gemeinden gehören

In Turnkreisen wird die Empfehlung positiver aufgenommen. Klar ist aber, dass man diese alleine nicht umsetzten kann. «Es ist wichtig, dass auch die Sportvereine einen Beitrag leisten. Doch hier liegt eine grosse Verantwortung bei den Gemeinden, die uns die Infrastruktur zur Verfügung stellen», sagt Jörg Sennrich, Präsident des Aargauer Turnverbands ATV. Er spricht hier vor allem die Raumtemperaturen in den Turnhallen an, die man nicht selber steuert.

Doch auch für die Trainings ausserhalb der Turnhalle hat er eine Lösung: «Unsere Vereine können das Training auch über die Wintermonate anpassen. Vor allem eine Kombination von Halle- und Outdoor-Training könnte hier eine Lösung sein. Es ist auch eine gewisse Kreativität der Vereinsführungen gefragt.»

Quelle: ArgoviaToday
veröffentlicht: 26. Oktober 2022 08:10
aktualisiert: 26. Oktober 2022 08:10