Sport

Nach positivem Dopingtest von Flückiger: Was ist eigentlich Zeranol?

Flückigers Doping-Skandal

Was ist eigentlich Zeranol?

· Online seit 19.08.2022, 17:29 Uhr
Wegen Doping verpasst Mountainbiker Mathias Flückiger am Wochenende die Europameisterschaft. Der Berner wurde positiv auf die Substanz Zeranol getestet. Was ist das genau und warum ist diese Substanz verboten?
Anzeige

Der Berner Mountainbiker Mathias Flückiger hat einen positiven Doping-Test abgeliefert und ist deshalb provisorisch gesperrt worden. Er verpasst somit auch die Mountainbike-Europameisterschaft am Wochenende. Flückiger wurde schon an der Schweizermeisterschaft anfangs Juni positiv auf die Substanz Zeranol getestet. Das Resultat ist aber erst jetzt – zweieinhalb Monate später – gekommen.

Wenige Zeranol-Fälle im Sport

Zeranol ist ein Anabolikum und wird mehrheitlich in der Viehzucht verwendet. Dort wird das Mittel eingesetzt, um Tiere zu mästen. Zeranol wirke im menschlichen Körper genau gleich, erklärt Ernst König, Direktor von Swiss Sport Integrity, gegenüber «Blick»: «Zeranol fördert den Muskelaufbau und den Fettabbau. Das haben alle Anabolika gemeinsam. Wie genau diese Substanz in den Körper des Athleten gelangt ist, wissen wir nicht.»

Es sei auch für ihn ein sehr spezieller Fall, weil es weltweit extrem wenig Fälle gebe, bei denen Sportler oder Sportlerinnen Zeranol eingenommen hätten und wegen Doping überführt worden seien, so König. Deshalb habe es solange gedauert, bis das Resultat gekommen sei.

Auch im Training verboten

Da es sich bei Zeranol um ein Anabolikum handle, sei dieses immer verboten, sagt Ernst König. "Jedem Athleten und jeder Athletin ist bekannt, dass Anabolika im Sport verboten sind. Auch Betreuer wissen, dass wir unsere Medikamenten-App haben, dort kann man Substanzen eingeben. Unter anderem funktioniert das auch für Zeranol und dann erhält man die Information, dass diese Substanz jederzeit verboten ist – auch im Training.

Mathias Flückiger hat jetzt die Möglichkeit gegen die unbeschränkte provisorische Sperre Rekurs einzulegen. Das bedeutet, dass die sogenannte B-Probe aufgemacht und getestet wird. Sollte in dieser Probe aber Zeranol auch nachgewiesen werden, dann droht dem 33-Jährigen eine Doping-Sperre von bis zu vier Jahren.

(hap)

veröffentlicht: 19. August 2022 17:29
aktualisiert: 19. August 2022 17:29
Quelle: Today-Zentralredaktion

Anzeige
Anzeige
argoviatoday@chmedia.ch