Positive Probe

Mathias Flückiger wegen Doping gesperrt – er sei «geschockt»

19. August 2022, 12:02 Uhr
Der Berner Mountainbike-Spezialist Mathias Flückiger wurde an den Schweizer Meisterschaften im Cross-Country positiv auf eine verbotene anabole Substanz getestet und ist anschliessend gesperrt worden. Das Team von Swiss Cycling ist «sprachlos».
Mathias Flückiger ist suspendiert
© KEYSTONE/MAXIME SCHMID
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Am Donnerstagnachmittag wurde der Schweizer Verband Swiss Cycling von Swiss Sport Integrity informiert, dass Mountainbike-Spezialist Mathias Flückiger positiv auf die jederzeit verbotene anabole Substanz Zeranol getestet wurde. Es handelt sich um einen potenziellen Verstoss gegen Anti-Doping-Bestimmungen. Darum ist der Berner Sportler gemäss dem Doping-Statut von Swiss Olympic per sofort provisorisch gesperrt worden. Vorgenommen wurde die Wettkampfkontrolle am 5. Juni an den Schweizer Meisterschaften in Leysin.

Flückiger «geschockt»

Noch bleiben viele Fragen offen, auch weil sich der Olympia-Zweite selber noch nicht geäussert hat. Wie Micha Jegge, Kommunikationschef bei Swiss Cycling, auf Anfrage erklärte, werde Flückiger «bis auf Weiteres» nicht zum Fall Stellung nehmen. Thomas Peter erklärte weiter, Flückiger habe die Information «geschockt» aufgenommen. Der Fahrer müsse nun auch geschützt werden, und er habe «auch in diesen schwierigen Momenten eine gute Betreuung verdient».

Flückiger hatte am Nachmittag in München noch normal trainiert, dann aber einen geplanten Medientermin kurzfristig abgesagt. In der Zwischenzeit war er über den positiven Befund informiert worden. «Wir sind alle irgendwie sprachlos», fasste Thomas Peter, Geschäftsführer von Swiss Cycling, die Stimmung gegenüber SRF zusammen. «Ich weiss nicht mal, was für eine Substanz das ist und in welchen Medikamenten sie vorkommt.»

EM und WM wohl gelaufen

Infolge der Sperre verpasst Flückiger das EM-Rennen am Freitag. Auch die Teilnahme an der WM in einer Woche im französischen Les Gets dürfte für den 33-jährigen Berner kaum möglich sein. Sein Team, Thömus maxon Swiss Mountain Bike Racing, machte in einem Communiqué klar, dass es bei Doping eine Nulltoleranz gebe. Über das weitere Vorgehen werde nach der Öffnung der B-Probe entschieden.

Eine offene Frage ist, warum es fast zweieinhalb Monate dauerte, ehe die positive Probe bekannt wurde. «Wir wissen auch nicht, warum es so lange dauerte und warum es genau einen Tag vor der EM passierte», sagt Thomas Peter. «Es hätte sicher bessere Zeitpunkte gegeben.»

Schwierige Saison

Der Gesamtweltcup-Sieger des letzten Jahres und zweifache WM-Zweite blickt ohnehin auf komplizierte Wochen zurück. Nach der Schweizer Meisterschaft geriet er beim Weltcuprennen in Lenzerheide im Kampf um den Sieg mit seinem Landsmann Nino Schurter aneinander und wurde in der Folge vor allem auf Social Media stark angefeindet. Es folgte eine Corona-Erkrankung, wegen der er die Weltcups in Nordamerika verpasste.

Quelle: sda
veröffentlicht: 18. August 2022 22:15
aktualisiert: 19. August 2022 12:02