Mach es wie der Bachelor

Ghosting, Benching, Phubbing – das ist das irre ABC des Dating-Horrors

3. November 2022, 08:01 Uhr
Die Freude über die letzte Rose war nur von kurzer Dauer. Bachelor Kenny und seine erwählte Traumfrau Chiara sind kein Paar. Schlimmer noch: Der hübsche Mittzwanziger soll die 24-Jährige wochenlang geghostet haben. Oder hat er sie gar gebencht? Bitte was? Hier erfährst du, was all die verschiedenen Fachbegriffe beim Dating bedeuten.

Quelle: 3+ / CH Media Video Unit / Silja Hänggi

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Apocalypsing

Kein langes Grübeln, keine unzähligen Treffen: Beim Apocalypsing muss es schnell gehen. Die beiden Personen sehnen sich nach einer festen Partnerschaft und gehen diese Hals über Kopf ein. Das Problem dabei ist, dass man sich zu schnell und gedankenlos in etwas stürzt und sich dabei womöglich selbst und dem Gegenüber etwas vormacht.

Benching

Wer eine andere Person bencht, der meldet sich immer mal wieder, ohne verbindlich zu werden. Menschen, mit denen man sich eigentlich keine Beziehung vorstellen kann, werden dabei mit kleinen Nachrichten hin und wieder trotzdem bei der Stange gehalten. Quasi auf die Ersatzbank geschoben, von wo man sie später bei Bedarf wieder holen kann.

Breadcrumbing

Den anderen hinhalten, den Kontakt nicht abreissen lassen, indem man kleine Häppchen hinwirft. Das ist Breadcrumbing (zu Deutsch: Brotkrümel streuen). Verwendet wird der Begriff dann, wenn der Dating-Partner statt die Beziehung offiziell zu beenden, immer gerade so viele Brotkrümel fallen lässt, dass die Verbindung nicht ganz verhungert. So signalisiert man fälschlicherweise Interesse.

Catfishing/Kittenfishing/Wokefishing

Ein Catfisher erstellt online eine falsche Identität, um dann Kontakt mit Opfern aufzunehmen. Meistens wollen sie sich so Geld erschleichen. Die harmlosere Variante nennt sich «Kittenfishing». Hierbei stellt man sich attraktiver dar, als man wirklich ist. Beim «Wokefishing» wiederum geben Personen vor, politisch progressiver und engagierter zu sein, als es der Realität entspricht.

Cloaking

Eine besonders harte Variante des Ghostings, bei dem man sich via App zu einem Date verabredet, nur um dann vor Ort urplötzlich sitzengelassen zu werden. Beim Blick auf das Handy stellt man dann fest, dass der Kontakt einen bereits auf sämtlichen Kanälen blockiert hat. Er hat sich unsichtbar gemacht und gewissermassen seinen Tarnumhang (Cloak) umgeworfen.

Cuffing

Wenn zwei Singles für einen bestimmten Zeitraum, etwa die Winterzeit, eine Zweckgemeinschaft eingehen, dann betreiben sie Cuffing. Angelehnt an das englische Wort Begriff für Handschellen (Cuffs) binden sie sich aneinander. Problematisch wird es, wenn von der zeitlichen Begrenzung nur einer weiss. Dann wird der andere in falschen Hoffnungen gehalten.

Curving

Statt jemanden vollständig zu ghosten, antwortet beim Curving eine Seite zwar, in letzter Minute wird ein Treffen aber immer wieder abgesagt oder es werden Ausreden vorgeschoben, warum man die Person in den letzten Monaten kaum gesehen habe. Wer curvt, sagt nicht direkt, dass er nicht interessiert ist, sein Verhalten signalisiert dies aber deutlich.

Cushioning

Ein Cushion ist ein Kissen. Wer Cushioning betreibt, versucht also, sich neben der aktuellen, gewollten Beziehung einen potenziellen Partner mittels Benching warmzuhalten. Man hofft dabei, auf diesen Menschen im Falle einer Trennung quasi weich zurückfallen zu können und so Einsamkeit und Trennungsschmerz zu entgehen.

Deepliking

Von Deepliking wird gesprochen, wenn jemand uralte Beiträge oder Reaktionen auf Social Media herauskramt und diese mit einem Like oder einem Kommentar versieht. Dies kann ein Zeichen von aufrichtigem Interesse sein, aber auch als unangenehm und seltsam wahrgenommen werden.

Draking

Betreibt jemand Draking als Bewältigungsstrategie für mehr oder weniger erfolgreiche Datingabenteuer, verbreitet die Person wie Rapper Drake andauernd über soziale Medien Informationen über den aktuellen Beziehungsstatus.

Friendzoning

Wenn jemand in der Friendzone gelandet ist, dann hat für diese Person die Freundschaftsfalle zugeschnappt. Das bedeutet, dass man in einer Freundschaft festhängt, dabei aber unglücklich in betreffende Person verliebt ist. Mehr als Freundschaft liegt aber nicht drin. Vor allem Männer scheinen sich häufig unglücklich in gute Freundinnen zu verlieben.

Gaslighting

Gaslighting steht dafür, eine Person mit psychologischen Taktiken so zu manipulieren, so dass sie eine falsche Darstellung der Realität akzeptiert und an ihrer eigenen geistigen Gesundheit zu zweifeln beginnt. Dabei wird das Realitäts- und Selbstbewusstsein des Opfers systematisch zerstört. Auf Dauer hat dies verheerende Folgen.

Gatsbying

In der digitalen Welt wird der Begriff Gatsbying als der Versuch verstanden, jemanden über soziale Netzwerke zu beeindrucken. Über das ständige Posten von Selfies auf Instagram zum Beispiel. Entlehnt ist der Ausruck dem Roman «Der grosse Gatsby», in dem die Hauptfigur versucht, die Aufmerksamkeit seiner Angebeteten durch ausschweifende Partys auf sich zu lenken.

Ghosting

Der wohl bekannteste Begriff aus der modernen Dating-Welt. Hierunter versteht man den vollständigen Kommunikationsabbruch ohne Ankündigung. Obwohl vorher Dates stattgefunden haben oder eine Beziehung bestand, laufen plötzlich alle Kontaktversuche ins Leere. Mittlerweile hat Ghosting weitere Lebensbereiche erreicht. Etwa, wenn Firmen nicht auf Bewerbungen reagieren.

Ghostbusting

Hierbei handelt es sich um die Retourkutsche des Ghosting-Opfers. Wer geghostet wird, durchläuft oft mehrere Phasen: Schock, Unverständnis, und dann, bevor irgendwann die Akzeptanz einsetzt, Wut. Wer die Respektlosigkeit nicht hinnehmen will, wird zum Geisterjäger und versucht, die verschwundene Person auf allen möglichen Kanälen zu nerven, bis es doch eine Antwort gibt.

Groundhogging

In Anlehnung an den Film «Und täglich grüsst das Murmeltier» wird hiermit die Angewohnheit bezeichnet, sich ständig auf den gleichen Typ Mensch einzulassen, mit dem es bisher nicht klappen wollte – und dennoch zu erwarten, dass der Output ein anderer ist. Sprich: Man datet zwar regelmässig das Ebenbild des in der Fantasie existierenden Traumpartners, klappen will es dennoch nicht.

Haunting

Haunting ist eine Mischform von Ghosting und Orbiting. Dabei ist eine Person nach einem plötzlichen Kontaktabbruch nicht mehr zu erreichen, aber auf den Social-Media-Kanälen des Opfers weiterhin aktiv.

Hesi-dating

Hesi-Dating ist gewissermassen die Dating-Form im Angesicht von Pandemie, Krieg und Krise. Hesi-Dater zeichnen sich durch ihre Unsicherheit in Verbindung mit einer Prise Gleichgültigkeit aus. Sie schienen sich niemals sicher zu sein, ob sie sich ernsthaft oder doch lieber bloss zwanglos verabreden möchten. Das Zögern (Hesitating) wird zum zentralen Prinzip.

Hyping

Hyping ist schnell erklärt: Der neue Partner benutzt den anderen nur, um zu üben, sein Ego aufzupolieren und die dabei gewonnenen Kenntnisse für die nächste (dann wirklich ernsthafte) Beziehung zu nutzen. Kurz gesagt: Man selbst ist nur der Dumme, dem die ganz grosse Liebe für kurze Zeit vorgegaukelt wird.

Lovebombing

Lovebombing bezeichnet das Phänomen, dass man eine Person mit Aufmerksamkeit und Zuneigung geradezu zuschüttet. Dabei handelt es sich aber nicht um eine nette Geste, sondern um Manipulation. Denn sobald man sich zurückzieht und etwas Freiraum für sich allein beansprucht, reagiert der Bomber heftig. Er erzieht sein Gegenüber so zu einem fügsamen, willenlosen Partner.

Hast du diese Dating-Sünden schon am eigenen Leib erfahren? Schreib es uns in die Kommentare!

Micro-Cheating

Der Begriff soll das Fremdgehen in der Mini-Variante ausdrücken. Gemeint sind etwa Handlungen, die zeigen, dass man emotional oder auch physisch auf eine dritte Person ausserhalb der Beziehung fokussiert ist. Micro Cheater gehen also nicht richtig fremd, sie sind semi-untreu, indem sie ihre aktuelle Beziehung leugnen oder herunterspielen, vielleicht sogar mit anderen Personen flirten.

Monkeying

Auf die gleiche Weise, wie sich Äffchen von Ast zu Ast schwingen, ohne je den Boden zu berühren, wird gesagt, dass jemand, der sich von Beziehung zu Beziehung hangelt und keine Verschnaufpause dazwischen zulässt, Monkeying betreibt.

Mooning

Mit dem Begriff Mooning wird ein Phänomen beschrieben, das sich zwischen Blockieren und Ghosting bewegt und von Besitzern eines iPhones verwendet werden kann. Dabei wird der «Nicht stören»-Modus mit dem Mond-Symbol für bestimmte Personen aktiviert und deren Nachrichten und Anrufe stummgeschaltet. Die gemoonte Person kriegt nicht mit, dass sie stummgeschaltet wurde.

Mosting

Mosting verbindet Love Bombing und Ghosting miteinander. Das bedeutet, dass eine Person das Opfer zu Beginn mit Liebe überschüttet und ihm das Gefühl gibt, die oder der Eine zu sein. Doch auf einmal und ohne Vorwarnung schlägt das Verhalten ins Gegenteil um und man wird völlig ignoriert. Der Partner reagiert auf keine Nachrichten mehr und bricht den Kontakt ab.

Negging

Negging kommt subtil daher, in Form negativ konnotiertet oder leicht verletzender Kommentare, die vorgeblich Komplimente sind. Dahinter steckt aber eine emotionale Manipulation, die einen selbst interessanter darstellen soll, während man gleichzeitig das Selbstbewusstsein der anderen Person untergräbt. Die Grenze zum Gaslighting ist fliessend.

Orbiting

Als Orbit bezeichnet man die Umlaufbahn eines Satelliten. Bei dieser Technik kreist ein Mensch auf den sozialen Medien ständig um einen herum, schaut sich Stories an, versieht Bilder mit Herzchen oder Likes – ohne jedoch jemals echten Kontakt aufzunehmen.

Phubbing

Der Begriff Phubbing setzt sich aus den Wörtern Phone und Snubbing (brüskieren) zusammen. Er bezeichnet die Unart, während eines Treffens ständig auf das Handy zu starren, statt dem Gegenüber Aufmerksamkeit zu schenken. Man ignoriert die andere Person, während diese einem etwas erzählt, weil man stattdessen lieber WhatsApp-Nachrichten schreibt oder Social Media checkt.

Parallel-Dating

Diese Praxis ist im Grund nichts Neues und wird von vielen stillschweigend akzeptiert. Für manche Menschen ist es normal, sich nur auf eine Person zurzeit zu konzentrieren. Andere wiederum wollen jede Chance nutzen und haben mehrere Kontakte und Dates gleichzeitig. Schwierig wird es, wenn das mehrgleisige Fahren nicht offen kommuniziert wird.

Pocketing/Stashing

Eigentlich läuft alles super, man geht auf Dates, verliebt sich, verbringt eine schöne Zeit zusammen. Doch wenn es darum geht, Freunde und Familie kennenzulernen, findet die Person immer eine geeignete Ausrede. Der Verdacht schleicht sich ein, dass sich hier jemand einen Menschen in die Tasche stecken will, die Beziehung aber nicht ernst genug nimmt, um sie öffentlich zu zelebrieren.

Romance-Scaming

Hinter dem Begriff des Romance Scam verbringt sich der bereits in der Offline-Welt sein Unwesen treibende Heiratsschwindler. Nun ist dieser auch im Internet unterwegs und umgarnt potenzielle Opfer zuerst in sozialen Netzwerken. Die Betrüger legen sich dort falsche Profile an, kontaktieren ihre Opfer und machen ihnen Avancen – in der Absicht, sie zu Geldzahlungen zu bewegen.

Sneating

Beim Sneating steht nicht das Kennenlernen im Fokus einer Person – es geht ihr nur darum, ein kostenloses Essen zu ergattern. Hinter dem Begriff steckt ein Neologismus, der sich aus den beiden englischen Wörtern «Sneaking» und «Eating» zusammensetzt. Wörtlich übersetzt bedeutet es so viel wie «hinterlistig essen».

Soft-Ghosting

Bei dieser Spielart des Ghosting reduziert das Gegenüber langsam den Kontakt. Durch immer sporadischer eintreffende Nachrichten soll dem Anderen signalisiert werden, dass die Liebschaft vorbei ist. Diese Art des Schlussmachens ohne Schluss zu machen, ist auch als «Slow Fade» bekannt, oder als «Caspering» – benannt nach Casper, dem freundlichen Geist.

Soft-Launching

Hat man die Tücken Datings hinter sich gelassen und einen Partner oder eine Partnerin gefunden, steht man vor neuen Herausforderungen: Wie teilt man das Ganze auf Social Media mit? Beim Soft-Launching gibt man nur subtile Hinweise auf den neuen Beziehungsstatus, etwa ein Foto von zwei ineinander verschlungenen Händen in den Stories, ohne darauf weiter einzugehen.

Submarining

Eine weitere Ghosting-Variante. Hier ghostet eine Person die andere, taucht aber nach einer Weile – das können Wochen oder Monate sein – wie ein U-Boot wieder auf, als wenn nichts gewesen wäre. Eine Taktik, die vor allem bei Narzissten sehr beliebt ist, um die Kontrolle in der Beziehung zu behalten.

Tuning

Wer ständig alle Bilder auf sozialen Medien liked, unverfängliche Kommentare da lässt, Kontakt sucht, flirtet, aber irgendwie nie eindeutig wird, ist ein sogenannter Tuner. Die Person flirtet, aber eben immer nur an der Grenze zwischen einem echten Flirt. Die Vermutung liegt nahe, dass hier kein aufrichtiges Interesse an einer Beziehung besteht und das Tuning im Vordergrund steht.

Zombie-ing

Kein Halloween-Dating, obwohl auch hier scheinbar Tote wieder zum Leben erwachen. Ein Mensch, der eine Person vor Monaten oder Jahren gehostet hat, meldet sich auf einmal wieder, als wäre nie etwas passiert. Dabei ist noch mehr Zeit als beim Submarining vergangen. Umso mehr Vorsicht ist angebracht, wenn es plötzlich «Bock auf Kino?» heisst.

Quellen:

Express

STERN.de

tagesspiegel.de

instyle.com

bumble.com

gq-magazin.de

GLAMOUR

(osc)

Quelle: Today-Zentralredaktion
veröffentlicht: 2. November 2022 05:53
aktualisiert: 3. November 2022 08:01