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Michael Steiner: «Ich spare mir die Opiate fürs Alter auf»

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Michael Steiner: «Ich spare mir die Opiate fürs Alter auf»

12.04.2023, 17:10 Uhr
· Online seit 05.04.2023, 16:56 Uhr
Die Weltwoche hat ihn verleumdet, Spinnen ekeln ihn und eifersüchtig ist er auch. Regisseur Michael Steiner bricht im Podcast «Wahrheit, Wein und Eisenring» mit seinen Tabus.
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Dieser Artikel ist Teil von «Wahrheit, Wein und Eisenring»: Der Podcast ohne Tabus.

«Wolkenbruch», «Sennentuntschi» oder «Und morgen seid ihr tot»: Michael Steiner hat schon einige erfolgreiche Filme produziert. Im Gespräch mit Yvonne Eisenring sagt der bekannte Schweizer Regisseur wieso er sich als Suchtmensch bezeichnet und was im Bett für ihn überhaupt nicht geht.

Eine Auswahl von drei Karten über das radikal ehrliche Gespräch mit Anna Rossinelli. Die gesamte Folge kannst du auf Spotify hören.

Karte: Lügen

«Ich kann gut lügen. Aber ich mache es nicht - oder halt ab und zu. Wann ich das letzte Mal gelogen habe, weiss ich nicht so genau. Aber eine klassische Lüge war, als meine Kinder aus den Philippinen zurück in die Schweiz gekommen sind und mich mein Sohn gefragt hat, ob es im Zürichsee Haie gibt. Ich habe gesagt, es gibt keine, habe ihm aber den Hecht verschwiegen. Dem Kind gegenüber habe ich gelogen, damit es ins Wasser geht. So finde ich eine Lüge gerechtfertigt. Ich persönlich wurde mal massiv verleumdet. Damals 2009 mit dem «Sennentuntschi». Die «Weltwoche» hat Dinge über mich geschrieben, die nicht wahr waren. Man unterstellte mir, ich hätte Bundesgelder veruntreut für Koks und Nutten. Ich wurde stigmatisiert und konnte mich nicht wehren. Das tat extrem weh und war für mich die schlimmste Zeit in meinem Leben.»

Karte: Ekel

«Ich ekle mich vor Spinnen, vor allem vor deren Bewegungen. Ich kann sie darum auch nicht anfassen. Wenn wir also eine im Haus haben, dann bringt meine Frau das Tier lebend raus, ich töte es. Ausserdem ekle ich mich vor Operationen. All diese Gesundheitssendungen mit den menschlichen Innereien kann ich nicht anschauen. Blut hingegen kann ich sehen, solang es nicht mein eigenes ist. Wenn mir jemand Blut abnimmt, dann setzt bei mir ein Schwächeanfall ein. Ich muss mich dann für fünf Minuten hinsetzen.»

Karte: Sucht

«Ich bin nach allem süchtig, was glücklich macht. Eigentlich bin ich polytoxikoman* veranlagt. Ich kann keine Droge langfristig pflegen, weil sie mir auf Dauer irgendwann langweilig wird. Die einzige konstante Droge in meinem Leben ist das Kiffen. Ich kiffe allerdings recht unregelmässig. Und je älter ich werde, desto mehr finde ich die Nüchternheit auch einen guten Zustand. Drogen sind für mich daher kein Instrument, um sein Bewusstsein zu vernebeln oder sich wegzuschiessen. Dennoch bin ich suchtgefährdet. Du kannst mir alles geben. Aber bei mir ist es primär die Neugierde, die mich lockt. Noch nie ausprobiert habe ich aber Heroin. Opiate will ich mir fürs Alter aufsparen.»

*Unter einer Polytoxikomanie versteht man den gleichzeitigen Konsum von verschiedenen psychotrop wirkenden Substanzen. Also den Mischkonsum von Drogen. 

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veröffentlicht: 5. April 2023 16:56
aktualisiert: 12. April 2023 17:10
Quelle: Alexandra Pavlović / CH Media

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