Österreich

Nach Tod von Ärztin: Österreich will Hass im Netz verstärkt verfolgen

6. August 2022, 19:16 Uhr
Österreichs Justiz und Sicherheitsbehörden sollen als Reaktion auf den Tod einer bedrohten Ärztin stärker für den Kampf gegen Hass im Netz gerüstet werden.
Eine Frau hält während der Gedenkveranstaltung der Initiative #YesWeCare im Andenken an die oberösterreichische Ärztin Lisa-Maria Kellermayr am Stephansplatz ein Protestplakat in die Höhe. (Archiv)
© Keystone/APA/Georg Hochmuth

Justizministerin Alma Zadic (Grüne) kündigte am Samstag an, dass sie gemeinsam mit Innenminister Gerhard Karner (ÖVP) daran arbeiten werde, jeder Polizeidienstelle und Staatsanwaltschaft die nötigen Ressourcen und Werkzeuge zu geben, um alle Opfer ernst zu nehmen und Täter zeitnah zur Rechenschaft zu ziehen. «Diese Ausforschung dauert oft zu lange, was für Betroffene natürlich extrem belastend ist», sagte sie.

Die im Kampf gegen die Corona-Pandemie engagierte Ärztin Lisa-Maria Kellermayr war monatelang massiven Morddrohungen aus der Szene der Massnahmengegner ausgesetzt und hatte sich deshalb an die Polizei gewandt. Seit dem Suizid der 36-jährigen Medizinerin vor rund einer Woche sind Österreichs Behörden mit dem Vorwurf konfrontiert, sich zu wenig um den Fall gekümmert zu haben.

Ermittlungen laufen inzwischen auch in Deutschland. Am Freitag wurde in Oberbayern die Wohnung eines 59-jährigen Mannes durchsucht, dem die Bedrohung und Nachstellung Kellermayrs vorgeworfen wird.

Der Hass gegen Lisa-Maria Kellermayr reisst derweil auch nach ihrem Tod nicht ab. Am Samstag veröffentlichte das Österreichische News-Portal «Heute.at» ein schockierendes Video: Es zeigt eine Frau, welche mit Anlauf Kerzen und Blumen zertritt, die am Wiener Stephansdom zu Ehren Kellermayrs niedergelegt wurden.

(sda/red.)

Quelle: sda
veröffentlicht: 6. August 2022 19:14
aktualisiert: 6. August 2022 19:16
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