Argovialand

Bankomatsprengungen sind schweizweit ein Problem

· Online seit 02.02.2023, 17:13 Uhr
In der Schweiz haben erneut Bankomatensprenger für Aufsehen gesorgt. In Neuendorf SO und in Bière VD waren sie erfolgreich, in Fribourg wurden sie auf frischer Tat ertappt. In den Niederlanden gelang der Polizei derweil ein Schlag gegen eine international tätige Bande. Das Problem ist europaweit ein Thema.

Quelle: ArgoviaToday / Severin Mayer (Beitrag vom 09.09.2022)

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Nicht nur in der Schweiz, auch in Deutschland und den Niederlanden machten Bankomatensprenger in letzter Zeit vermehrt Schlagzeilen. In der Nacht auf Donnerstag sprengten unbekannte Täter im waadtländischen Bière einen Geldautomaten. Sie konnten unerkannt flüchten. Am Montag hat eine Gruppe maskierter Personen einen Geldautomaten in Lörrach gesprengt. Dies teilte das Polizeipräsidium Freiburg am Montagmittag mit. Laut Zeugen erfolgte die Flucht in einer dunklen Limousine.

Im neuesten Fall in der Waadt hatten die Täter offenbar Sprengstoff verwendet, daher wurde die Bundesanwaltschaft informiert. Sie führt in Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Polizei (Fedpol) und der Kantonspolizei Waadt das Verfahren.

Dichtes Geldautomatennetz in der Schweiz 

Seit 2019 haben die Behörden eine Häufung von Bankomatsprengungen in der Schweiz festgestellt. So wurden allein im vergangenen Jahr über 50 Bankomaten in der Schweiz gesprengt oder aufgebrochen.

Mögliche Gründe dafür sieht das Fedpol in der Kleinräumigkeit und dem dichten Geldautomaten-Netz der Schweiz. Die Karte zeigt dir, wo es in den letzten Monaten Bankomatsprengungen gegeben hat.

Festnahme im Kanton Freiburg

Bereits am vergangen Freitag versuchten im freiburgischen Villaz-St-Pierre zwei Männer einen Bankautomaten zu sprengen. Sie wurden auf frischer Tat ertappt, wie die die Freiburger Kantonspolizei am Donnerstag mitteilte. Die Polizei nahm die beiden mutmasslichen Täter am Tatort fest.

Der 52-jährige Franzose und der 36-jährige Ivorer wurden in Untersuchungshaft genommen. Die Freiburger Staatsanwaltschaft ermittelt nun, ob die beiden Männer auch in anderen, ähnlichen Fällen verdächtigt werden.

In der Nacht auf Montag hatten unbekannte Täter im solothurnischen Neuendorf einen Bankomaten gesprengt. Auch hier konnten die Täter flüchten. Es war die erste Sprengung eines Bankomaten in der Schweiz in diesem Jahr. Zu den laufenden Ermittlungen führt Astrid Bucher von der Kantonspolizei Solothurn aus: «Wir können noch nicht sagen, ob die Täter bei der Sprengung Beute machen konnten.»

Quelle: Tele M1

Anfang Januar hatten Unbekannte bei der Autobahn-Raststätte Gunzgen Süd im Kanton Solothurn einen frei stehenden Geldautomaten gestohlen. Über die genaue Schadenssumme wurden bislang keine Angaben gemacht.

Quelle: Tele M1

Laut früheren Angaben der Kantonspolizei Aargau dürften die Täter bei der erfolgreichen Sprengung eines Bankomaten jeweils mehr als 100'000 Franken Bargeld erbeuten.

Europaweites Phänomen

Auch in anderen Ländern stellen die Sicherheitsbehörden eine starke Zunahme solcher Delikte fest. So ist in Deutschland die Zahl der gesprengten Geldautomaten im vergangenen Jahr auf einen neuen Höchststand gestiegen. Die Polizeipräsidien registrierten 496 versuchte und vollendete Sprengungen, wie die «Frankfurter Allgemeine Zeitung» am Donnerstag berichtete. Im Vergleich zu 2021 bedeutete dies einen Anstieg um 27 Prozent. Damals hatte es 392 Fälle gegeben.

Derweil sind in den Niederlanden bei einem Schlag gegen eine vor allem in Süddeutschland tätige Bande von Geldautomatensprengern neun Männer festgenommen worden. Gegen drei weitere Tatverdächtige lägen Haftbefehle vor, diese seien aber flüchtig, teilten die Staatsanwaltschaft Bamberg und die Landeskriminalämter von Bayern und Baden-Württemberg am Donnerstag mit.

Die Bande soll bei über 50 Sprengungen 5,2 Millionen Euro erbeutet und Schäden von mehr als 6,7 Millionen Euro verursacht haben. Die Ermittlungen gegen die Tatverdächtigen im Alter zwischen 25 und 41 Jahren liefen länderübergreifend.

(sda/red.)

veröffentlicht: 2. Februar 2023 17:13
aktualisiert: 2. Februar 2023 17:13
Quelle: ArgoviaToday

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