Unterkulm

«Brutkasten» Bezirksschulhaus: Vorerst gibt es keine Klimaanlage gegen die Hitze

Adrian Frey, 5. Oktober 2022, 14:34 Uhr
Nach einem Sommer mit hohen Temperaturen musste die Gemeinde Unterkulm reagieren. Ein Provisorium sollte die Schulzimmer abkühlen. Ob dieses unterfangen klappte, erzählt uns der Unterkulmer Gemeinderat.
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Nicht alle haben sich diesen Sommer in Unterkulm über die hohen Temperaturen gefreut. Denn die Schüler und Lehrpersonen im Bezirksschulhaus haben gelitten. Hauptschuld daran tragen die Fensterfronten mit vorgesetzter Glasfassade des 2005 fertiggestellten Schulhauses, welche die Schulzimmer regelrecht aufgeheizt haben. Was bei einem Brutkasten erwünscht ist, brachte Lehrpersonal, Schülerinnen und Schüler ans Limit.

Deshalb musste die Gemeinde Mitte Sommer reagieren und mit der kantonalen Energieberatung Alternativen suchen. Daraus entstand die Idee, die Glasfront mit einem Baugerüst und mehren Tüchern einzukleiden – also, eine Art gigantisches Sonnensegel zu installieren. Nun hat Markus Erismann, Gemeinderat Unterkulm ein erstes Fazit gezogen: «Soweit hat die zeitlich beschränkte bauliche Massnahme etwas gebracht. Wir haben mit einem kleinen finanziellen Aufwand eine gute Wirkung erzielt.» Kleiner finanzieller Aufwand heisst, im Bereich von unter 10'000 Franken.

Temperaturen gesenkt

Anhand von Messgeräten wurden der Sauerstoffgehalt und die Temperatur überwacht. «Man konnte die Temperaturen in den Schulzimmern bis zu fünf Grad senken», sagt Markus Erismann. Auch der Sauerstoffgehalt sei in den Schulzimmern durch diese Massnahme besser geworden. Von der Gemeindeseite wurde auch schon einen Einbau von Klimaanlagen geprüft. Dieser würde aber Kosten im Bereich von mehreren hunderttausend Franken mit sich bringen.

So geht es weiter

«Wir werden das weitere Vorgehen im Gemeinderat besprechen. Es ist aber angedacht, dass eine Gebäudeanalyse durchgeführt wird, um zu sehen, welche Massnahmen ergriffen werden können», sagt Erismann. Klar sei, dass es mittelfristig Handlungsbedarf gebe und das Problem nicht einfach mit einem Schnellschuss gelöst werden soll. Bis darüber entschieden wird, könne es aber noch bis zu eineinhalb Jahre dauern. Klar ist aber jetzt schon, dass das Provisorium auch nächsten Sommer wieder zum Einsatz kommen soll.

Quelle: ArgoviaToday
veröffentlicht: 6. Oktober 2022 07:47
aktualisiert: 6. Oktober 2022 07:47