Aargau/Solothurn

Renteninitiative und 13. AHV-Rente: Das sagt die Aargauer Politik zu den Abstimmungsergebnissen

Freud und Leid

Das sagt die Aargauer Politik zu den Abstimmungsergebnissen

· Online seit 03.03.2024, 18:12 Uhr
Der Abstimmungssonntag ist Geschichte, die Würfel sind gefallen: Die Schweiz hat sich für eine 13. AHV-Rente entschieden und die Renteninitiative deutlich bachab geschickt. Das Aargauer Stimmvolk teilte diese Meinung. Bei den Aargauer Politikerinnen und Politikern liegen Freude und Leid am Sonntag nahe beieinander.

Quelle: ArgoviaToday / Michelle Brunner

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Der Kanton Aargau und die Schweiz haben entschieden: Ein knappes Ja zur 13. AHV-Rente, ein deutliches Nein zur Renteninitiative – ein Abstimmungssonntag ohne grosse Überraschungen.

Bei der SP ist die Freude gross

Für die SP ist es ein Glückstag: Nicht nur sprach sich die Schweiz knapp für die 13. AHV-Rente aus. Sie schickte die Renteninitiative auch noch klipp und klar mit über 70 Prozent bachab.

Für Cédric Wermuth, Co-Präsident der SP Schweiz und Aargauer Nationalrat, ein gelungener Abstimmungssonntag: «Wir sind extrem stolz darauf, dass wir mit der Bevölkerung für die Bevölkerung eine Verbesserung der Rente hinbekommen haben», sagt Wermuth gegenüber Tele M1.

Was für Wermuth Grund zur Freude ist, macht Mitte-Politikerin Christina Bachmann-Roth eher Sorgen. Sie sagt: «Ich muss den Entscheid akzeptieren, ich habe es mir aber wirklich anders vorgestellt. Ich finde, es ist ein Schlag ins Gesicht von uns Jungen, für die Familien, die das nun zahlen müssen. Ich bin gespannt, wie wir das nun machen wollen.»

Klatsche für die Renteninitiative

Bei den Befürworterinnen und Befürwortern der Renteninitiative ist die Enttäuschung gross. «Es ist wirklich ein rabenschwarzer Tag für die Jungen», sagt Matthias Müller, Mitinitiant der Renteninitiative und Präsident der Jungfreisinnigen. Er werde sich aber vom Abstimmungsergebnis keinesfalls entmutigen lassen. «Für uns war von Anfang an klar, dass die Initiative zu keinen Begeisterungsstürmen führen wird – aber es war für uns wichtig, eine Initiative zu haben, die die AHV auf nachhaltige Beine stellen kann. Nun haben wir es im ersten Anlauf nicht geschafft, vielleicht dann aber im zweiten oder dritten. Wir bleiben auf jeden Fall am Ball», verspricht Müller.

Der Präsident der Schweizer FDP, Thierry Burkard, nimmt den Entscheid gelassen – auch wenn er damit nicht einverstanden ist. «Es ist ein demokratischer Entscheid, aber selbstverständlich hätte ich mir ein besseres Ergebnis für die Renteninitiative gewünscht», sagt Thierry Burkart, Aargauer Ständerat, gegenüber Tele M1.

Das Ja zur 13. AHV-Rente will Burkart jedoch nicht einfach so hinnehmen. «Für uns ist klar: Wir werden uns dagegen wehren, dass der breite Mittelstand das jetzt bezahlen muss.» Mit der Annahme der Initiative sei die Finanzierung unserer Altersvorsorge noch viel ungewisser, als sie es bereits jetzt sei, so Burkart.

Quelle: Tele Züri / Tele M1 / CH Media Video Unit / Ramona De Cesaris

Im Video: Das sagen die Generationen

Wenig überraschend kommt der Zustupf im Portemonnaie einigen Bewohnerinnen im Alterszentrum Blumenheim in Zofingen gelegen: «Wir vergessen häufig, wie viele arme Menschen es in der Schweiz gibt», sagt eine Bewohnerin. Die Generationen-Solidarität kommt trotzdem nicht zu kurz: «Wir können nicht immer mehr ‹heusche›, müssen auch daran denken, was nach uns kommt. Ich hoffe, dass man mit dem Ja trotzdem den ‹Rank› miteinander findet und nicht aufeinander losgeht», sagt eine andere Seniorin. Auch bei den Jungen zeigt eine Umfrage in Aarau gemischte Gefuhle, wie das Video zeigt.

Quelle: ArgoviaToday / Michelle Brunner

Du hast den Abstimmungssonntag verschlafen? In unserem Ticker gibt es alle kommunalen Entscheide zum nachlesen.

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veröffentlicht: 3. März 2024 18:12
aktualisiert: 3. März 2024 18:12
Quelle: ArgoviaToday

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