In jedem Land ein Stadion

Eine Pelé-Arena ist im Aargau kein Thema

4. Januar 2023, 08:26 Uhr
Einer der grössten Fussballer weltweit ist vergangene Woche mit 82 Jahren verstorben. Zur Trauerzeremonie von Pelé sollen, laut Fifa-Präsident Gianni Infantino, nun in jedem Land mindestens ein Stadion auf den Namen Pelé umgetauft werden. Radio Argovia wollte wissen, ob das im Aargau auch eine Option ist.
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Zur offiziellen Trauerfeier und Totenwache des dreimaligen Weltmeisters Pelé reiste auch Fifa-Pärsident Gianni Infantino, um dem Fussballer die letzte Ehre zu erweisen. Zudem stellte Infantino seine Idee vor, wie die Welt der legendären Nummer 10 der «Seleção» huldigen könnte. «Wir fragen alle unsere Mitgliederverbände an, ein Stadion im Land nach Pelé zu benennen», so der Fifa-Präsident.

Ob dies allerdings im Aargau eine Option wäre, sei allerdings fraglich. Nicht nur, weil definitive Entscheide in Stadionfragen in der Schweiz generell länger dauern, wie die Beispiele Hardturm in Zürich oder Torfeld Süd in Aarau zeigen. Trotzdem hat Radio Argovia bei einigen Vereinen angefragt, die mindestens auf einer Spielfeldseite eine Sitzplatz-Tribüne haben. Wird also nun aus dem Stadion Esp in Baden, also künftig die Pelé-Arena? Nein, sagt der FC-Baden-Präsident Heinz Gassmann. «Bei allem Respekt kommt das aber in Baden nicht in Frage», erklärt Gassmann.

Also keine Pelé-Arena in Baden und auch «Heinz Gassmann» wird das Stadion in den nächsten Jahren nicht heissen. «Das wäre schon etwas lustig, aber wenn das Stadion umbenannt wird, dann eher zu Firmennamen, die ihren Sitz in Baden haben.» Vorausgesetzt natürlich, es fliesst genug Geld in die Clubkasse – sonst bleibt es beim Stadion Esp.

Ähnlich sieht es auch beim FC Muri aus. Vereinspräsident Michael Stadelmann kann sich nicht vorstellen, dass aus dem beschaulichen Stadion Brühl doch noch die Pelé-Arena wird. «Eher nicht, da gibt es schon andere Personen, die sich rund um den FC Muri verdienter gemacht haben und nach ihnen das Stadion benannt werden würde», erklärt Stadelmann. Darum bleibt das Stadion in Muri sicherlich noch länger das Brühl-Stadion.

Für den Präsidenten des FC Wettingen, Pierluigi Ghitti, ist der Fall ebenso eindeutig. Das Stadion Altenburg wird nicht umgetauft – jedenfalls nicht auf den Namen des verstorbenen dreifachen Fussballweltmeisters. «Bevor wir Pelé nehmen, würden wir das Stadion zuerst Diego Armando Maradona nennen.» Und das aus einem einfachen Grund: Der FC Wettingen hat vor gut 33 Jahren im Uefa-Cup den Titelverteidiger SSC Napoli mit dem Superstar Maradona beinahe aus dem Turnier geworfen. Und darum wird sich am Stadionnamen in Wettingen so schnell nichts ändern, wie Pierluigi Ghiti meint.

Und beim FC Aarau? Dort würde sich für das neue Stadion beim Torfeld Süd ja auch gleich ein neuer Name anbieten. Also vom Brügglifeld zum «Peléfeld»? Aber auch FCA-Präsident Philipp Bonorand zeigt sich wenig begeistert: «Es ist noch zu früh, über einen neuen Stadionnamen zu diskutieren.»

Daher wird es im Aargau bis auf Weiteres keine Pelé-Arena geben. Mit «Zaubermäuschen» Ratinho hätte der FCA aber sicher einen Brasilianer, der sich um den Club verdient gemacht hat. Den ganzen Radio-Beitrag kannst du dir hier nochmals anhören.

(red.)

Quelle: ArgoviaToday
veröffentlicht: 4. Januar 2023 08:14
aktualisiert: 4. Januar 2023 08:26