Aargau/Solothurn

«Sind eine Plage»: E-Scooters sorgen im Aargau weiter für Ärger

Kontrollen

«Sind eine Plage»: E-Scooters sorgen im Aargau weiter für Ärger

· Online seit 10.10.2023, 14:57 Uhr
Auch dieses Jahr wurde im Rahmen des Schulstarts für die Gefahren im Verkehr für Schulkinder sensibilisiert und kontrolliert. Nun liegt eine gemischte Schlussbilanz der Regionalpolizeien vor. Besonders E-Scooters werden zunehmend zum Problem und die Thematik der Elterntaxis bleibt bestehend.
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Ganze 535 Stunden waren die Aargauer Regionalpolizeien im Zuge der «Aktion Schulbeginn» auf den Schulwegen der Kinder unterwegs. Dabei zogen sie am Ende eine recht gemischte Bilanz. 

Während der Kontrollen waren viele auf den E-Scootern unterwegs, die keine gültige Fahrerlaubnis hatten. Dazu kamen Fahrerinnen und Fahrer, die sich nicht an die Verkehrsvorschriften hielten oder mit frisierten Geräten unterwegs waren.

E-Scooter grosses Problem auf den Strassen

Gemäss dem Bundesamt für Strassen (ASTRA) dürfen rein elektrische E-Scooter bloss 20 Kilometer pro Stunde fahren. In der Praxis ist das jedoch oft nicht der Fall: «In der Regel fahren die meisten viel schneller», kommentiert Daniel Schreiber, Polizeichef der Regionalpolizei Rohrdorferberg-Reusstal gegenüber ArgoviaToday. Viele E-Scooter seien bereits ab Werk so eingestellt, dass sie schneller fahren können als erlaubt.

Und obwohl für das Fahren eines E-Scooters keine Prüfung abgelegt werden müsse, wissen die meisten wahrscheinlich, wie schnell gefahren werden darf, sagt Schreiber. «Es hat sich natürlich herumgesprochen, dass die Polizei etwas gegen diese Fahrzeuge unternimmt und dass 20 Kilometer pro Stunde nicht überschritten werden dürfen», so Schreiber.

Stadt Baden will gegen Wildwuchs vorgehen

Auch die Stadt Baden berichtet in einer Medienmitteilung von ähnlichen Vorkommnissen. Die Stadtpolizei hat am vergangenen Freitag eine Verkehrskontrolle mit Fokus auf E-Scooter durchgeführt. Kontrolliert wurden dabei 15 Fahrzeuge. In elf Fällen mussten sie gar eingreifen. Entweder waren die Scooter frisiert, hatten technische Mängel oder fuhren viel zu schnell und teilweise auch recht gefährlich. Das resultierte in zwei Ordnungsbussen, sechs Anzeigen und zwei sichergestellten Fahrzeuge. Eine Person musste mit auf den Polizeiposten, weil sie ausfällig geworden ist, wie es beim «SRF-Regionaljournal Aargau-Solothurn» heisst.

Im Zuge von ordnungswidrigen E-Scootern und fehlerhaftem Verhalten im Verkehr ist es auch schon zu gefährlichen Situationen gekommen, teilt Hermann Blaser, stellvertretende Kommandant der Stadtpolizei Baden, auf Anfrage mit. «Wir wollten das medial verbreiten, damit die Menschen sehen, dass wir was gegen die ‹Plage› machen.» Zusätzlich appelliert die Polizei an Verkehrsteilnehmende, sich an die Regeln zu halten.

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Elterntaxis bleiben ein Thema

Die Regionalpolizei Oberes Fricktal hält in einer Bilanz fest: «Bei den Eltern kam die Aktion gut an. Kinder, welche den Fussgängerstreifen nutzten, wurden durch die Patrouillen begleitet oder, wenn sie es schon selber schafften, beobachtet. Elterntaxis konnten in den ländlichen Regionen wenig festgestellt werden. Anders verhielt es sich in den grösseren Gemeinden wie Frick oder Laufenburg, wo immer noch viele Elterntaxis unterwegs sind.»

Trotz Polizeipräsenz wird zu schnell gefahren

Laut der Medienmitteilung der Regionalpolizeien wurden im Vorjahr während der gleichen Aktion rund 3000 Geschwindigkeitsüberschreitungen festgestellt worden. Diese Zahl erhöhte sich dieses Jahr auf ganze 4265 Fälle. Zusätzlich sind laut der Medienmitteilung viele Lenkerinnen und Lenker im Bereich von Schulanlagen oft zu schnell gefahren.

Bedenklich sei dabei, dass 763 der Übertretungen im Bereich von sechs bis zehn Kilometern pro Stunde betrugen. (Nach Abzug der gesetzlich vorgeschriebenen Toleranz). Zusätzlich wurden knapp 200 Mal Geschwindigkeitsüberschreitungen von elf bis 15 Kilometern pro Stunde zu schnell gemessen.

Ein Grund zur Freude gibt es jedoch trotzdem. Die Verstösse im Bezug auf den Vortritt beim Fussgängerstreifen haben im Vergleich zum letzten Jahr merklich abgenommen, wie es in der Mitteilung weiter heisst. 

veröffentlicht: 10. Oktober 2023 14:57
aktualisiert: 10. Oktober 2023 14:57
Quelle: ArgoviaToday

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