Aargau/Solothurn

Viele Lehrverträge werden aufgelöst – warum man beim Kanton gelassen reagiert

Berufslehre

Viele Lehrverträge werden aufgelöst – warum man beim Kanton gelassen reagiert

17.12.2022, 11:12 Uhr
· Online seit 12.12.2022, 05:33 Uhr
Jede und jeder Fünfte absolviert seine Lehr-Ausbildung nicht wie vorgesehen. Das zeigt eine Studie des Bundesamts für Statistik. Doch nicht jede Vertragsauflösung bedeutet gleich einen Lehrabbruch.
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Seit Anfang August hat sich für viele Schulabgängerinnen und Schulabgänger das Leben komplett verändert. Statt täglich die Schulbank zu drücken, müssen sie nun in der Arbeitswelt anpacken. Wie eine Statistik des Bundes zeigt, ist dieser Schritt nicht für alle bereits der richtige. Denn jeder fünfte Lehrvertrag in der Schweiz wird aufgelöst. «Man kann sagen, dass einer der häufigsten Gründe die falsche Berufswahl ist. Doch auch die wirtschaftlichen Veränderungen in den Betrieben kann zu einer Lehrvertragsauflösung führen», sagt Matthias Kunz, Leiter Betriebliche Bildung Kanton Aargau.

«Per Ende November wurden im Aargau im aktuellen Schuljahr über alle Lehrjahre und Berufe knapp 580 Auflösungen durchgeführt», sagt Matthias Kunz. Das seien weniger Auflösungen als ein Jahr zuvor in der gleichen Zeit. «Man kann sagen, dass es bei EBA-Lernenden (2-jährige Lehre, Anm. d. Red.) tendenziell zu mehr Lehrvertragsauflösungen kommt als bei Lernenden, die eine 4-jährige Lehre absolvieren.»

Gastro- und Gesundheitsbranche leiden am meisten

«Wir stellen fest, dass im Bereich der Gesundheit die Lehrvertragsauflösungen leider zugenommen haben. Wir vermuten, dass es eine Auswirkung der Pandemie ist. Denn dort mussten die Lernenden stark anpacken und die Ausbildung kam eventuell zu kurz», so Kunz. Auch im Gastrobereich sei die Entwicklung ähnlich. Auch dort hatte die Branche Mühe und so mussten viele Lernende teilweise auch aus wirtschaftlichen Gründen den Lehrvertrag auflösen.

Über 16'000 Lernende hat der Kanton Aargau über alle Lehrjahre gesehen. Dass man meine eine Auflösungsrate von über 20 Prozent hat, ist laut Kunz nicht zufriedenstellend, doch es könne für die Lernenden auch eine Chance sein. Es sei noch lange kein abschliessender Lehrabbruch. «Die allermeisten bei uns im Aargau, gut 83 Prozent, finden nach der Vertragsauflösung wieder eine Anschlusslösung, die in den allermeisten Fällen abgeschlossen wird.»

veröffentlicht: 12. Dezember 2022 05:33
aktualisiert: 17. Dezember 2022 11:12
Quelle: ArgoviaToday

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