Reisen wieder möglich

Impferfolg löst Reise-Boom aus

31.05.2021, 06:31 Uhr
· Online seit 31.05.2021, 05:59 Uhr
Die Impfkampagne in der Schweiz schreitet mit hohem Tempo voran. Immer mehr Menschen haben ihre zweite Dosis schon erhalten oder stehen kurz davor. Für viele heisst das: Endlich wieder Ferien im Ausland.
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Über ein Jahr lang war es Schweizerinnen und Schweizern praktisch nicht möglich, ins Ausland zu reisen. Statt am Mittelmeer verbrachten viele die freien Tage deshalb im eigenen Land. Auch wenn die Schweiz touristisch eine Menge zu bieten hat, wird die Sehnsucht nach Strand, Meer und Fernreisen immer grösser. Mit dem positiv verlaufenden Impfplan und der Aufhebung der Impfpriorisierung scheint der Strandurlaub greifbarer denn je.

Warteschlangen im Passamt

Wer ins Ausland reisen möchte, braucht gültige Ausweisdokumente. Durch die strikten Reisebeschränkungen im vergangenen Jahr haben viele verpasst, den abgelaufenen Pass oder die ID zu erneuern. Der Ansturm sei jetzt dafür umso grösser, wie Andreas Bamert-Rizzo, Abteilungsleiter im Passzentrum in Aarau, gegenüber «ArgoviaToday» bestätigt. «Im April 2021 haben wir im Vergleich zum Vorjahr doppelt so viele Reisedokumente ausgestellt.» Ein markanter Anstieg, denn: Im Januar und Februar 2021 war die Nachfrage nach neuen Reisedokumenten noch 35 Prozent niedriger als im Jahr 2020. Auch hat sich die durchschnittliche Wartezeit auf einen Termin in den letzten Wochen von fünf auf 14 Tage erhöht. Bamert-Rizzo empfiehlt deshalb, sich frühzeitig, idealerweise zwei bis drei Monate im Voraus, um gültige Papiere zu kümmern.

Buchungen um das Vierfache gestiegen 

Einen ähnlichen Boom erleben derzeit Fluggesellschaften. Die Buchungen bei Edelweiss haben sich in den letzten Wochen vervierfacht. Das Level von vor Corona habe man aber noch nicht erreicht, wie Andreas Marti, Mediensprecher der Edelweiss Air AG, bestätigt. Zudem sei es derzeit schwierig, mittel- und langfristig zu planen. «Prognosen sind aufgrund der sehr volatilen Lage kaum möglich. Generell sehen wir auf Kurzstrecken im Sommer mehr Potenzial, wieder auf ein Level von 2019 zu kommen, da Langstrecken-Destinationen tendenziell noch mehr von Einreiserestriktionen geprägt sind.»

Auch die Swiss verzeichnet einen Buchungsanstieg, insbesondere bei Flügen innerhalb von Europa. Insgesamt liegen aber auch hier die Buchungsbestände noch immer deutlich unter dem Niveau der Vorkrisenzeit. «Eine strukturelle Erholung ist noch nicht spürbar geworden», so Marco Lipp, Sprecher von Swiss. Schuld daran seien einerseits die in den letzten Monaten vermehrt aufgetretenen Virusvarianten und andererseits die anfänglichen Schwierigkeiten beim Impfen. «Infolge der sich bisher verzögerten Erholung und der weiterhin dynamischen Situation musste die Swiss die Prognose für das zweite Quartal anpassen. Im Hochsommer wiederum werden wir statt der geplanten 65 Prozent nun 50 bis 55 Prozent der Kapazität von 2019 anbieten.»

Der aktuelle Renner: Mittelmeerdestinationen  

Beide Fluggesellschaften bestätigen, dass Mittelmeer-Destinationen in Europa zurzeit hoch im Kurs stehen. Das bestätigt auch Martin Gass, Leiter von Kuoni in Aarau: «Griechenland und Spanien sind derzeit besonders beliebt.» Auch interessant: Die meisten Buchungen seien im Moment entweder extrem kurz- oder dann sehr langfristig. Das hänge insbesondere mit der Quarantäneliste des BAG zusammen, welche ständig angepasst wird.

veröffentlicht: 31. Mai 2021 05:59
aktualisiert: 31. Mai 2021 06:31
Quelle: ArgoviaToday

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