Alternative Energiequelle

Lohnt sich ein Windrad im eigenen Garten?

Lothar Josef Lechner Bazzanella, 23. September 2022, 17:05 Uhr
Der Strom wird teurer und teurer. Kein Wunder also, dass viele nach alternativen Energiequellen suchen. Eine Möglichkeit: ein Windrad. Doch ist das eigentlich überhaupt erlaubt? Ab wann lohnt es sich und mit welchen Kosten muss man rechnen?
Anzeige

Grundsätzlich gilt, dass eine Windkraftanlage im eigenen Garten oder auf dem eigenen Dach bewilligt werden muss. Wovon diese Bewilligung abhängt, ist von Kanton zu Kanton unterschiedlich. Die jeweilige Gemeinde klärt dann in der Regel, welche Anforderungen erfüllt für den Bau werden müssen. Etwa wie weit der Abstand zum eigenen Haus oder zum Haus des Nachbars sein muss und ähnliche Bestimmungen.

So gibt es Gemeinden, die grundsätzlich gegen Windkraftanlagen sind. Andere erlauben hingegen gar einen Bau von solchen ohne Bewilligung, solange sie nicht höher als zehn Meter sind. Vor dem Bau gilt also: gut informieren.

Windgeschwindigkeit messen

Ein Windrad bietet sich vor allem dann an, wenn sie den selbst produzierten Strom für sich selbst nutzen können. Alternativ können Sie den Strom auch ins öffentliche Netz fliessen lassen und dafür Geld erhalten. Ob sich das Windrad im Garten lohnt, hängt natürlich davon ab, wie kräftig der Wind dort weht. Eine herkömmliche Anlage braucht Windgeschwindigkeiten von etwa 10 m/s, um volle Leistung zu erreichen. Aber auch deutlich weniger Wind – etwa 3 oder 4 m/s – kann genug Energie liefern, um einen kleinen Haushalt mit Strom zu versorgen.

Um genau zu prüfen, wie stark der Wind auf dem eigenen Grundstück weht, sollte man sich an die Hersteller von solchen Windkraftanlagen wenden. Sie führen dann Messungen durch oder verleihen Messgeräte. Nach mehreren Monaten Messungen sollte dann klar sein, ob sich eine Anlage lohnt oder nicht.

Allgemein gilt: Je höher das Windrad installiert wird, umso besser. Umliegende Gebäude verwirbeln die Luft, schmälern den Ertrag oder machen die Anlage gleich ganz unwirtschaftlich. Balkone im städtischen Bereich scheiden deshalb meisten aus. Das eigene Dach oder noch besser der eigene Garten, wo das Windrad freistehen kann, sind deutlich bessere Orte für eine Turbine.

Vier- bis fünfstelliger Betrag

Sollten die Bedingungen gegeben sein, muss man sich für ein Modell entscheiden. Hier gibt es Dutzende verschieden Typen, die sich in Preis, Form und Grösse unterscheiden. Generell kann man mit mindestens 1000 bis 1500 Franken pro 1000 Watt rechnen, die von der Anlage generiert werden. Ein Windrad, das 3 Kilowatt (3000 Watt) Leistung im Jahr erbringen kann, kostet in der Regel also etwa 3000 bis 4500 Franken. Dazu kommen dann noch Kosten für Installation und Instandhaltung.

Fazit: Ein Windrad lohnt sich, wenn die klimatischen Gegebenheiten auch wirklich gegeben sind, sprich ausreichend Wind weht. Dann können Sie mit einer solchen Anlage tatsächlich jährlich Geld sparen. Dazu kommt natürlich, dass Windenergie – anders als andere Energiequellen – ökologisch und nachhaltig ist. Auch das wird die Beliebtheit solcher Anlagen in den nächsten Jahren vermutlich mehr und mehr steigen lassen.

(baz)

Quelle: Today-Zentralredaktion
veröffentlicht: 24. September 2022 14:38
aktualisiert: 24. September 2022 14:38