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Mehr Sport als Neujahrsvorsatz? So hältst du auch wirklich durch

Neujahrsvorsätze

Mehr Sport als Neujahrsvorsatz? So hältst du auch wirklich durch

07.01.2024, 16:31 Uhr
· Online seit 06.01.2024, 19:28 Uhr
So voll wie Anfang Januar ist das Fitnesscenter wahrscheinlich nie. Doch genauso schnell, wie es sich füllt, leert es sich auch wieder. Durchhalten ist für viele schwierig. Eine Fitnesstrainerin gibt Tipps, wie du deinen Neujahrsvorsatz erfüllen kannst.
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«2024 möchte ich mehr Sport machen», lautet der Neujahrsvorsatz vieler Schweizerinnen und Schweizer. Der einfachste Weg dazu ist oftmals ein Fitness-Abo, neue Laufschuhe oder eine Tracking-Uhr. Sachen, die meist viel Geld kosten und nach wenigen Wochen oftmals nicht mehr gebraucht werden, denn von null auf hundert Sportler oder Sportlerin zu werden, ist schwerer, als es an Silvester mit einem Glas Champagner in der Hand klingt.

Rebecca Gloor ist Fitnesstrainerin im Aargau und wird jetzt schon fast überrannt von frisch Motivierten. «Man nimmt sich irgendwelche Sachen vor und denkt sich, das wird jetzt mein Jahr.» Januar bis März kämen neue Leute, die sich vornähmen, vier- bis fünfmal in der Woche ins Gym zu gehen. Die meisten hielten dies leider nicht lange durch.

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Nicht zuletzt, da sie nach einigen Wochen noch keine Ergebnisse sehen oder spüren. «Bei richtigem Training können bereits nach wenigen Wochen die ersten Veränderungen auftreten.» Dies kann mehr Energie sein oder auch, dass sich der Körper plötzlich ein bisschen härter anfühlt. «Es liegt aber in der menschlichen Natur, dass stets alles zu langsam geht. Man sollte deshalb nicht einfach vor dem Spiegel warten, bis das Sixpack endlich kommt», so die Aargauerin. Viel eher sollte man sich laut der Personaltrainerin über die kleinen Fortschritte freuen.

Eine gute Betreuung könne Gold wert sein, sagt Gloor. «Das ist eine Person, mit der ich Rücksprache halten kann.» Das sei vor allem wichtig, damit ein gutes Fundament aufgebaut werden kann und nicht falsch trainiert wird. «Vor allem auf Social Media kursieren oftmals Falschinformationen oder Methoden, die nicht für jeden oder jede funktionieren.»

Falsch zu trainieren, kann ausserdem gefährlich sein. «Ich nenne sie ‹Egopusher›. Da geht es nur darum, schwere Gewichte zu heben», sagt Gloor und lacht. Dies sei ein Fehler. «Du solltest ein Gewicht nehmen, welches auf dich selbst angepasst ist und nicht das, das dein Kollege vorher genommen hat.» Wenn man mit leichten Gewichten beginnt, kann dieses langsam gesteigert werden und der Körper gewöhnt sich ans Training. «Man sollte das Ego zu Hause lassen und mehr auf den Körper hören.»

Mit Sport anzufangen ist damit zu vergleichen, eine Sprache zu lernen. «Du kannst auch nicht mit den anspruchsvollsten und komplexesten Sätzen starten», so die 25-Jährige. Nach und nach muss man auch da die Wörter lernen, bis sie ein Teil des Wortschatzes werden. Das Training sollte nach und nach zur Routine werden. Sofort mit einem Marathon anzufangen, sei nicht sehr schlau.

Sich im Januar aber für einen Marathon im September anzumelden, sei dagegen eine gute Idee, so Rebecca Gloor. Ohne einen Fokus und ein Ziel geht die Motivation, die am Anfang des Jahres noch riesig war, oftmals verloren. «Setze dir Ziele und visualisiere dieses Ziel, freue dich auf ein Ereignis.» Zum Beispiel ein Marathon, ein Wettkampf oder auch Ferien, in denen man mit einer guten Figur am Strand liegen möchte. «Jedes Mal, wenn du denkst, du hättest jetzt lieber einen Burger oder würdest lieber auf dem Sofa liegen, erinnerst du dich an dieses Ziel», sagt die Trainerin und erklärt, dass auch sie so trainiere.

Ein Tipp, den Rebecca Gloor noch gibt: «Den Muskelkater auskurieren.» Vor allem wenn man frisch mit einem neuen Sport beginnt, braucht der Körper Zeit, um sich an die zusätzliche Belastung zu gewöhnen. Man hat noch schneller Muskelkater als geübte Sportler. «Muskelkater ist nichts anderes als kleine Verletzungen an den Muskeln», erklärt Gloor. Trainiert man mit diesen Verletzungen weiter, kann dies einerseits gefährlich sein, andererseits bringt auch das Training nicht gleich viel.

veröffentlicht: 6. Januar 2024 19:28
aktualisiert: 7. Januar 2024 16:31
Quelle: ArgoviaToday

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