Schiesserei überlebt

New Yorkerin verklagt Waffenhersteller Glock

2. Juni 2022, 13:41 Uhr
Eine Frau überlebt im April eine Schiesserei in der New Yorker U-Bahn. Nun reicht sie Klage gegen den Waffenhersteller Glock ein und fordert eine Entschädigung für die «körperlichen und seelischen Schmerzen», die sie erlitten hat.
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Am 12. April zündet Frank James in einer New Yorker U-Bahn eine Rauchbombe und schiesst mit einer Handfeuerwaffe um sich. Dabei werden mindestens 16 Menschen schwer verletzt. Unter ihnen ist Ilene Steur. Nun will sie den Waffenhersteller Glock – mit einer Pistole ebenjener Marke wurde in der U-Bahn geschossen – verklagen. Glock habe wissen müssen, dass die Waffen des Unternehmens von Menschen mit krimineller Absicht gekauft werden können, so Steur. Deshalb fordert sie dafür eine Entschädigung, wie aus einer Anklageschrift hervorgeht, die am Gericht in Brooklyn eingereicht wurde.

Waffe tauchte immer wieder in Rap-Texten auf

Dabei stützt sich die Klage auf ein besonderes Gesetz des Bundesstaates New York. Seit 2021 können Waffenhersteller nämlich dafür verantwortlich gemacht werden, die «öffentliche Sicherheit und Gesundheit» in Gefahr gebracht zu haben. Auch weil die verwendete Waffe immer wieder in TV-Shows und Rap-Texten auftauche, sei Glock mitverantwortlich für die Bluttat.

«Die Marketing- und Vertriebspraktiken der Angeklagten machten es viel wahrscheinlicher, dass Kriminelle, einschliesslich Frank James, an ihre Waffen gelangten», zitiert «Der Standard» die Anwälte Steurs. Dabei wird die Klage in einer Zeit publik, in der besonders laut über die Waffengesetze in den USA diskutiert werden. Nach den Ereignissen in Uvale, Buffalo oder Tulsa fordern vor allem Demokraten im Land strengere Gesetze und Backgroundchecks.

Bundesgericht in Brooklyn muss entscheiden

Wie wahrscheinlich neue Gesetze sind und ob Steur mit ihrer Klage gegen Glock Recht erhalten wird, wird sich in den nächsten Wochen und Monaten weisen. Kommende Woche soll der Prozess beim Bundesgericht in Brooklyn starten.

(baz)

Quelle: Today-Zentralredaktion
veröffentlicht: 2. Juni 2022 13:46
aktualisiert: 2. Juni 2022 13:46