Aargau/Solothurn

5 Mythen zu Diabetes im Faktencheck

Weltdiabetestag

5 Mythen zu Diabetes im Faktencheck

· Online seit 14.11.2023, 06:07 Uhr
Am 14. November ist Weltdiabetestag. War Diabetes mellitus vor über 100 Jahren ein Todesurteil, ist die Erkrankung heutzutage in den meisten Fällen gut behandelbar. Trotzdem ranken sich bis heute immer noch verschiedene Mythen rund um die Krankheit. Wir haben sie auf den Prüfstand gestellt.
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Mythos 1: Diabetes ist heutzutage nicht mehr gefährlich

Obwohl Diabetes gut behandelt werden kann, gab es gemäss dem Bundesamt für Statistik (BFS) im Jahr 2021 insgesamt 570 Männer und 525 Frauen, die an den Folgen von Diabetes mellitus starben. Unbehandelt zerstört die Krankheit auf Dauer die Blutgefässe und auch das Risiko für einen Schlaganfall und Herzinfarkt erhöht sich.

Mythos 2: Menschen mit Diabetes dürfen keine Süssigkeiten essen

Natürlich gehört der süsse Genuss auch dazu, wenn man Diabetikerin oder Diabetiker ist. Wie bei allem ist es eine Frage vom Mass. Normaler Haushaltszucker gehört zu den «schnellen Kohlenhydraten». Das bedeutet, er muss während der Verdauung nicht gespalten werden, sondern gelangt schnell ins Blut. Dementsprechend schiesst der Blutzucker schnell in die Höhe. Folglich müssen Diabetikerinnen und Diabetiker bei Mahlzeiten mehr Insulin applizieren.

Mythos 3: Nur Übergewichtige bekommen Diabetes

Obwohl Übergewicht eine Diabeteserkrankung begünstigt, heisst das nicht, dass nur übergewichtige Menschen an Diabetes erkranken. Forschende haben dazu eine systematische Übersichtsarbeit zu bestehenden Studien durchgeführt und in einer Metaanalyse ausgewertet. Dafür wurden die Daten von rund 3,4 Millionen Studien-Teilnehmenden aus 22 Ländern zusammengefasst. Die Teilnehmenden wiesen bei Studienbeginn keinen Typ 2 Diabetes auf. Die Auswertung ergab, dass es pro 1'000 Personenjahre 10,5 neu erkrankte übergewichtige Personen gab. Bei den Normalgewichtigen waren es immerhin 2,7 neuerkrankte pro 1'000 Personenjahre.

Mythos 4: Alle Diabetikerinnen und Diabetiker müssen Insulin spritzen

Gemäss der Hirslanden Klinik müssen sich Betroffene vom Typ 2 oftmals gar kein Insulin spritzen, zumindest im Frühstadium der Krankheit. Oft genügen blutzuckersenkende Medikamente, um die erhöhten Blutzuckerwerte zu senken.

Anders sieht es bei den Betroffenen von Typ 1 aus. Da es sich in diesem Fall um eine Autoimmunerkrankung handelt, bei der sich die körpereigenen Abwehrzellen gegen die insulinproduzierenden Beta-Zellen in der Bauchspeicheldrüse wenden, müssen die Betroffenen de-facto lebenslang Insulin spritzen. Heutzutage geschieht dies meist mit kleinen Insulinpumpen, die unter die Haut eingepflanzt werden. Diese sind in der Lage, den Blutzuckerwert fortlaufend zu messen und autonom die angemessene Menge Insulin in das Fettgewebe unter der Haut abzugeben.

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Mythos 5: Menschen mit Diabetes sollten weniger Sport treiben

Wie die Schweizerische Diabetesgesellschaft schreibt, hat körperliche Aktivität einen positiven Einfluss auf den Blutzucker, verbessert die Insulinempfindlichkeit und reduziert das Risiko für Folgeerkrankungen. Personen mit Typ 1 können grundsätzlich alle Sportarten ausüben, die ihnen behagen. Die Blutzuckerwerte sollten aber trotzdem überwacht werden.

Sport erhöht die Empfindlichkeit des Körpers auf Insulin und macht deshalb zum Teil eine starke Reduktion der Insulindosis nötig, um eine Unterzuckerung zu vermeiden. Es gibt auch mehrere Spitzensportler mit Diabetes Typ 1. Beispiele sind die Bodybuilderin Natalie Friedli und der Profi-Eishockeyspieler Jan Neuenschwander von den GCK Lions.

veröffentlicht: 14. November 2023 06:07
aktualisiert: 14. November 2023 06:07
Quelle: ArgoviaToday

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