Aargau/Solothurn

«Autokönig» Riccardo Santoro ist gestorben

Vorwürfe an Strafverfolgung

«Autokönig» Riccardo Santoro ist gestorben

04.05.2024, 19:18 Uhr
· Online seit 04.05.2024, 15:03 Uhr
Diesen Frühling stand der frühere Aargauer «Autokönig» Riccardo Santoro vor dem Aargauer Obergericht und kassierte eine Freiheitsstrafe von sieben Jahren. Schon beim Prozess war seine angeschlagene Gesundheit ein wichtiges Thema. Nun bestätigt sein Anwalt gegenüber Tele M1, dass Santoro verstorben ist.

Quelle: Tele M1 / CH Media Video Unit / Katja Hug

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Der ehemalige Autokönig Riccardo Santoro ist am Freitag, 3. Mai 2024, im Alter von 52 Jahren im Unispital Zürich verstorben. Dies bestätigt sein Rechtsanwalt Thomas Bosshard gegenüber Tele M1. Der Autoleasing-Unternehmer Riccardo Santoro war seit längerer Zeit schwer herzkrank und lebte mit einem Spenderherz. Beim Prozessauftakt vor dem Obergericht im März sagte er, er habe sechsmal einen Herzstillstand erlitten und sei im Koma gelegen. Er erschien im Rollstuhl im Aarauer Gerichtsgebäude.

Die Verteidigung fand es unverständlich, dass Santoro trotz seiner angeschlagenen Gesundheit nochmals vor Gericht musste. Die Aargauer Staatsanwaltschaft stellte sich hingegen auf den Standpunkt, dass Krankheit nicht vor Strafe schütze. Ende April wurde das Verdikt bekannt: Das Obergericht verurteilt Santoro wegen Misswirtschaft, Betrug und Veruntreuung zu 7 Jahren Freiheitsstrafe.

Lange Strafuntersuchung «war Faktor, dass es nun zu so einem Ende gekommen ist»

Anwalt Bosshard rügt deshalb gegenüber dem Sender die Untersuchungsbehörden, die «massiv unterschätzt» hätten, was es bedeute, so lange in einer Strafuntersuchung zu sein, wie das bei seinem Mandanten der Fall gewesen ist. Seiner Gesundheit habe das zusätzlich geschadet. «Das war sicher ein wichtiger Faktor, dass es nun zu so einem Ende gekommen ist», sagt Bosshard.

Zudem sagt der Anwalt, die Staatsanwaltschaft habe die schwere Krankheit von Riccardo Santoro während der Berufungsverhandlung infrage gestellt. Das passe zur gesamten Strafuntersuchung, fügt er an. So seien Aussagen Santoros als unwahr abgetan worden, obwohl sich später herausstellte, dass es eben doch gestimmt habe, was sein Mandant gesagt habe, moniert Bosshard. «Ich bin überzeugt, dass die Strafuntersuchung nie fair geführt wurde», kritisiert er.

Er soll mit Luxusautos Millionenschaden hinterlassen haben

Das Bezirksgericht Lenzburg hatte Riccardo Santoro 2019 wegen Misswirtschaft und Urkundenfälschung zu einer Freiheitsstrafe von sechs Jahren verurteilt. Sein Leasingunternehmen SAR Premium Cars in Dintikon vergab Luxusautos zu günstigen Konditionen an namhafte Kunden. Dabei soll ein anderes Unternehmen, das die Luxusautos finanziert hatte, um über zwölf Millionen Franken betrogen worden sein.

Quelle: TeleM1

Nach einem Justizmarathon bis vor Bundesgericht musste das Aargauer Obergericht den Fall neu beurteilen. Die Anklage blieb dieselbe. Der Strafverteidiger von Santoro hingegen verlangte vor Obergericht ein milderes Urteil, sein Klient habe das Finanzdebakel niemals alleine verursacht.

Weitere Informationen zum Tod von Riccardo Santoro sehen Sie in der News-Sendung Aktuell auf Tele M1, stündlich ab 18 Uhr.

(mj/red.)

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veröffentlicht: 4. Mai 2024 15:03
aktualisiert: 4. Mai 2024 19:18
Quelle: ArgoviaToday

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